Die Denkmalschutzbehörde hat ein Verfahren eingeleitet, um die Fundstätte Es Carnatge offiziell als paläontologisches Kulturgut (BIC) zu schützen. Diese Stätte an einem der wenigen unbebauten Küstenabschnitte von Palma ist von großer wissenschaftlicher Bedeutung, da sie Überreste von Meeresfauna aus dem Pleistozän enthält, die bis zu 200.000 Jahre alt sind.
Es Carnatge und die umliegenden Strandablagerungen auf verschiedenen Terrassen zwischen Es Coll d’en Rabassa und Can Pastilla sind die am häufigsten publizierten und bekanntesten paläontologischen Fundstätten des Balearen-Archipels. Sie dienen als wichtige Referenz für Studien zum Klimawandel und zur Fauna vergangener Zeiten. Neben Es Carnatge zählen weitere bedeutende Aufschlüsse wie Punta Reflector, Cala Pudent und die Cova de sa Gata-Pineda zu diesem Gebiet.
Die Stätte wurde bereits im 19. Jahrhundert entdeckt und in den 1950er- und 1960er-Jahren von Forschern wie Juan Cuerda und Andreu Muntaner intensiv untersucht. Besonders hervorzuheben sind die Funde von über 60 verschiedenen Meeresweichtierarten aus dem Pleistozän, die hier dokumentiert wurden. Im Bereich von Cala Pudent beispielsweise finden sich tropische Warmwasserfaunen aus der Zeit vor etwa 135.000 Jahren. In Es Carnatge selbst wurden auch Fußabdrücke des ausgestorbenen Myotragus balearicus freigelegt, die beim Abtragen des Meersandsteins sichtbar wurden.
Trotz ihrer Bedeutung steht die Fundstätte vor Herausforderungen: Der Druck durch die nahegelegene Promenade, den Badebetrieb und das unerlaubte Entnehmen paläontologischer Funde gefährden das Gebiet. Der Schutzstatus als BIC soll helfen, diese einzigartige historische und wissenschaftliche Ressource für zukünftige Generationen zu bewahren.
Zusammenfassend ist Es Carnatge ein herausragendes Fenster in die Erdgeschichte Mallorcas und ein wertvolles Kulturgut, das nicht nur Paläontologen, sondern auch der Öffentlichkeit wichtige Einsichten in die Entwicklung von Klima und Fauna ermöglicht.
Quelle: Agenturen





