Extrem steigende Wassertemperaturen im Balearenmeer

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Seit April 2026 verzeichnet das Mittelmeer vor den Balearen eine ungewöhnliche und anhaltende Rekordhitze. Die Wassertemperaturen liegen deutlich über dem langjährigen Durchschnitt, was Wissenschaftler alarmiert. Dieses Phänomen ist Teil einer besorgniserregenden Entwicklung: 2026 gilt bereits als das vierte extrem warme Jahr in Folge für das Mittelmeer.

Das betroffene Seegebiet, das Mar Balear, umfasst die Gewässer zwischen dem spanischen Festland und den Inseln Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera. Messbojen und moderne Sensoren des Küstenbeobachtungssystems SOCIB dokumentieren seit Mitte April nahezu täglich Temperaturen, die den Referenzzeitraum von 1982 bis 2015 deutlich übersteigen. Besonders eindrucksvoll ist der Temperaturanstieg von 18 auf fast 24 Grad Anfang Juni, ein Plus von fast sechs Grad innerhalb von zwei Wochen.

Die Ursachen liegen in der globalen Erwärmung, wobei das Meer als riesiger Wärmespeicher fungiert und über 90 Prozent der durch menschliche Aktivitäten freigesetzten überschüssigen Wärme aufnimmt. Besonders besorgniserregend ist die Erwärmung auch in Tiefen bis zu 700 Metern, die sogar schneller als an der Oberfläche erfolgt.

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Für das marine Ökosystem hat dies gravierende Folgen. Das einzigartige Seegras Posidonia oceanica, das für Küstenschutz, Sauerstoffproduktion und CO₂-Speicherung unverzichtbar ist, leidet massiv. Temperaturen über 28 Grad setzen ihm zu, bei über 30 Grad sterben diese Unterwasserwiesen ab, was die Stabilität der Küsten und die Artenvielfalt bedroht.

Ein wärmeres Meer beeinflusst zudem das Wetter, indem es mehr Feuchtigkeit in die Atmosphäre abgibt. Dies fördert stärkere Regenfälle und Gewitter, insbesondere am Spätsommer und Herbst, wenn kalte Luft auf warme Meeresluft trifft. Für die Bewohner und Besucher der Balearen bedeutet dies weniger nächtliche Abkühlung und häufigere Tropennächte, während die Temperaturen an Land teils extrem hoch steigen.

Diese Entwicklungen sind ein deutlicher Hinweis auf die tiefgreifenden Veränderungen im Mittelmeerraum und unterstreichen die Dringlichkeit, Maßnahmen gegen den Klimawandel zu verstärken, um die empfindlichen Ökosysteme und Lebensräume zu schützen.

Quelle: Agenturen