Fast 70% der Grundschüler auf Mallorca nutzen KI

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Eine aktuelle Studie des Internationalen Observatoriums für Künstliche Intelligenz im Bildungswesen (OIA) zeigt: Bereits 69 % der Sechstklässler an staatlich geförderten Privatschulen auf den Balearen haben Künstliche Intelligenz (KI) genutzt. Dabei spielt es keine Rolle, ob dies für schulische Aufgaben, private Zwecke oder Unterhaltung geschah. Die Nutzung von KI beginnt immer früher und wird immer selbstverständlicher, was laut OIA-Direktor Miquel Flexas auch Schattenseiten hat: Schüler neigen dazu, Verantwortung abzugeben und sich weniger eigenständig mit Inhalten auseinanderzusetzen.

Ab der 2. Klasse der ESO ist KI für mehr als 92 % der Schüler ein alltägliches Werkzeug. Die Studie, die 2.723 Schüler, 2.008 Familien und 520 Lehrkräfte aus 39 Bildungseinrichtungen in Spanien, davon 18 auf den Balearen, befragte, verdeutlicht diese Entwicklung. Obwohl die Auswahl der Schulen nicht repräsentativ ist, bietet sie wertvolle Einblicke in das Nutzungsverhalten von KI in Schulen.

Eine klare Regelung der KI-Nutzung in Schulen ist dringend notwendig. Flexas schlägt vor, dass Schulordnungen in Zusammenarbeit mit Lehrkräften, Eltern und Schülern festlegen sollten, wann und wie KI eingesetzt werden darf. Zudem könnten Arbeiten neu bewertet werden, wenn der Verdacht besteht, dass sie mit KI erstellt wurden. Kritisch sieht er auch die Integration von KI-Systemen wie Gemini in Plattformen für minderjährige Schüler, da Kinder unter 13 Jahren keinen direkten Zugang zu solchen Technologien haben sollten.

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Philosophielehrerin Elisa Rosselló vergleicht die aktuelle Debatte um KI mit historischen Diskussionen über das Schreiben: Wie Sokrates das Auswendiglernen als Grundlage für selbstständiges Denken betonte, befürchtet Rosselló, dass KI das kritische Denken und die Gedächtnisleistung der Schüler beeinträchtigen könnte. Sie plädiert dafür, KI sinnvoll in den Unterricht zu integrieren und sogar einen curricularen Ausgleich zu schaffen, um den geistigen Herausforderungen durch die Delegation von Denkaufgaben entgegenzuwirken.

Ein praktisches Beispiel liefert ein Lehrer, der Schülern erlaubt, KI bei der Erstellung von Arbeiten zu nutzen, verlangt jedoch, dass sie die Ergebnisse schriftlich und mündlich erläutern. So zeigt sich, ob sie die Informationen wirklich verarbeitet haben. Rosselló betont, dass KI ein Werkzeug sein muss, das das menschliche Potenzial ergänzt, aber nicht ersetzt. Nur mit ethischer Verantwortung und Motivation können Schüler durch den Einsatz von KI weiterhin selbständig denken und lernen.

Quelle: Agenturen