Nachdem die GOB vor einigen Tagen auf die Konsequenzen der Sperrung des Weges von s’Estalella in Llucmajor aufmerksam gemacht hat, lenkt die Organisation nun ihre Aufmerksamkeit auf die ökologische und administrative Lage im Naturpark s’Albufera.
Im Anschluss an die jüngste Sitzung des Verwaltungsrats des Naturparks, an der die GOB als Vertreterin der Naturschutzorganisationen teilgenommen hat, äußerte sie ihre Besorgnis über den Zustand dieses Naturschutzgebietes auf Mallorca.
Die GOB kritisiert, dass seit der letzten Sitzung dieses Beratungsgremiums am 23. Juli 2018 fast acht Jahre vergangen sind. Diese Lähmung der Aktivitäten des Gremiums für Bürgerbeteiligung und Verwaltungskontrolle sei inakzeptabel, da sie die Erfüllung der Aufgaben des Verwaltungsrats behindere, wie beispielsweise die jährliche Berichterstattung über Jahresberichte, Budgets und Änderungen der Grundplanung. Trotz einer wichtigen Maßnahme wie der Erweiterung des Naturparks im Jahr 2021 wurde der Ausschuss nicht einberufen, bedauert die Naturschutzorganisation.
Die GOB bemängelt die mangelnde Wertschätzung der Umweltverwaltung gegenüber den Beratungs- und Bürgerbeteiligungsgremien, die offenbar als Hindernis betrachtet werden, anstatt als Chance zur Verbesserung der Transparenz und zur Einbeziehung der Gesellschaft in die Verwaltung der Schutzgebiete. Angesichts der vorgelegten Verwaltungsberichte für die Jahre 2018 bis 2025 kritisiert die Organisation den Personalmangel im Park, die unzureichende Personalausstattung und wiederkehrende Vakanzen.
Im Jahr 2025 waren 31 Personen in s’Albufera beschäftigt, aber nur acht davon in Vollzeit. Das Personal von s’Albufera verwaltet auch das Naturschutzgebiet s’Albufereta de Pollença, das früher eigenes Personal hatte, welches jedoch im Zuge von Kürzungen abgebaut wurde. Die GOB sieht darin eine minimale und prekäre Struktur, die von befristeten Aushilfen abhängig und nicht in der Lage ist, Schlüsselbereiche wie Überwachung, Instandhaltung oder Nachverfolgung angemessen abzudecken.
Der Personalmangel ist besonders im Bereich der Überwachung gravierend, was laut GOB ein chronisches Defizit des Parks darstellt. In den letzten zwei Jahren mussten Mitarbeiter des Informationsdienstes Kontrollaufgaben übernehmen, was nicht in ihren Aufgabenbereich fällt. Zeitweise wurden zwar Wachleute für sechs Monate eingestellt, aber dies war unzureichend. Das Ergebnis ist ein prekäres Überwachungssystem, das weder die Einhaltung der Vorschriften noch den Schutz des Gebiets gewährleisten kann.
Die Organisation äußerte auch Bedenken hinsichtlich des Budgets, das die Regionalregierung für den Naturpark bereitstellt. Ab 2022 sinkt die Grundfinanzierung des Parks, wenn man die außerordentlichen Beiträge für Projekte aus der Kurtaxe oder europäischen Mitteln ausklammert. Erstmals gab es keinerlei Ausgaben für Forschung und Überwachung. Die GOB sieht diese Mängel vor dem Hintergrund eines anhaltenden Besucheranstiegs seit der Pandemie.
Die Kombination aus erhöhtem Druck und fehlenden Mitteln führt zu einem wachsenden Konflikt zwischen Nutzung und Erhaltung. Die Saisonentzerrung im Tourismus verstärkt die Besucherhochs im Frühjahr und Herbst, wobei das Profil eher allgemein oder sportlich und weniger naturorientiert ist, was den zentralen Bereich des Parks zu einem Freizeitgebiet macht, das das Erlebnis derjenigen beeinträchtigt, die Fauna und Flora beobachten wollen.
Abschließend betont die GOB die Umweltkrise in s’Albufera, die auf die Versalzung und Eutrophierung des Wassers zurückzuführen ist und dramatische Folgen für die natürlichen Lebensräume hat. Der Mangel an ökologischem Mindestabfluss verwandelt Schilfgürtel in Salzwiesen, was zum Rückgang von Lebensräumen und Arten führt. Hauptursache ist die Übernutzung der Grundwasserleiter, die das Feuchtgebiet speisen.
Die GOB warnt, dass diese Situation seit mehr als einem Jahrzehnt bekannt ist, aber bisher keine wirksamen Maßnahmen ergriffen wurden. Die Generaldirektion für Wasserressourcen kündigte Initiativen zur Versorgung des Parks mit wiederaufbereitetem Wasser an, aber die GOB bezweifelt, dass diese in naher Zukunft umgesetzt werden können, während die Umweltzerstörung voranschreitet.
Insgesamt sieht die GOB die Probleme des Naturparks s’Albufera als systemisch und anhaltend an, zurückzuführen auf unzureichende Mittel, zunehmenden Druck durch den Menschen, Wassermangel und die Unfähigkeit der Umweltverwaltung. Die Umweltsituation im Naturpark s’Albufera sei die schlimmste seit seiner Gründung vor 38 Jahren.
Quelle: Agenturen





