Wer durch spanische Städte schlendert, begegnet ihnen häufig: Katzenkolonien, bestehend aus mehreren Tieren, deren Mitglieder oft eine auffällige Kennzeichnung tragen – die abgeschnittene Spitze eines Ohres. Diese kleine, aber markante Veränderung hat in Spanien eine wichtige Bedeutung im Tierschutz.
Eine abgeschnittene Ohrspitze bei freilebenden Katzen signalisiert, dass das Tier im Rahmen eines kommunalen Programms kastriert wurde. Der sogenannte método CER (captura, esterilización y retorno – Einfangen, Sterilisieren und Zurückbringen) ist seit dem 29. September 2023 durch das spanische Tierschutzgesetz 7/2023 vorgeschrieben. Nach der Kastration und medizinischen Versorgung, zu der Impfung und oftmals ein Mikrochip gehören, dürfen die Tiere in ihrem Revier weiterleben. Die Ohrmarkierung sorgt dafür, dass Helfer kastrierte Tiere nicht erneut fangen, was unnötigen Stress und Eingriffe vermeidet.
Jede Gemeinde regelt Details der Kennzeichnung selbst. Meist schneidet der Tierarzt die Spitze während der Narkose ab, gelegentlich wird stattdessen ein Loch gestanzt. In manchen Orten steht ein Schnitt am linken Ohr für weibliche Tiere, rechts für Kater – jedoch gibt es dafür keine landesweit verbindliche Regelung. Hauskatzen mit Besitzer sind von dieser Praxis ausgeschlossen, da sie ab 2025 durch Chip und Registrierung erfasst werden müssen.
Die Ohrmarkierung vereint Tierschutz mit effizienter Bestandskontrolle; sie schützt die Katzen vor wiederholtem Einfangen und unnötigen Operationen. Die permanente, sichtbare Markierung ist ein einfaches, wirkungsvolles Mittel, um die Lebensqualität der Straßentiere zu verbessern und gleichzeitig Konflikte zu minimieren – ein kleiner Schnitt mit großer Bedeutung.
Quelle: Agenturen



