Ibizas Gemeinden stehen jedes Jahr vor einer besonderen Herausforderung: Wie lässt sich das fragile Gleichgewicht zwischen attraktiven Stränden für Touristen und Schutz der Küstenlinie bewahren? In Sant Josep bringt der Gemeinderat seit Oktober rund 40 Lkw-Ladungen Posidonia – das typisch mediterrane Seegras – zurück an die Strände. Dieses Vorgehen dient weniger dem ästhetischen Genuss, sondern vielmehr dem nachhaltigen Schutz des Sandes vor den herbsten Winterstürmen.
Im Frühjahr wird das abgestorbene Seegras abgetragen, um den Gästen saubere Strände zu bieten und es bis zum Herbst einzulagern. Nach der Saison kehrt es dann zurück, um als natürliche Barriere den Verlust von Sand zu verhindern. Allerdings ist die Menge in diesem Jahr geringer als zuvor – ein Umstand, der möglicherweise sowohl eine Erholung der Pflanzen als auch einen klimabedingten Rückgang widerspiegeln könnte.
Regionale Besonderheiten entstehen dort, wo der Strand auf lokale Wirtschaft trifft: An der Punta d’en Xinxó arbeitet man eng mit der Fischergilde zusammen und mischt das Seegras unter den Sand, um die Fischerei nicht zu beeinträchtigen und dennoch Küstenschutz zu gewährleisten. Diese Rückführung ist wirtschaftlich sinnvoll, spart Deponiegebühren und schont Ressourcen – alles im Rahmen offizieller Genehmigungen nach aktuellen Umweltschutzverordnungen.
Während Stürme immer heftiger werden, erfährt Ibiza durch das Seegrasmanagement einen doppelten Nutzen: Die Qualität des Sandes verbessert sich, und das Meer bleibt klarer. Für Einheimische und Besucher bedeutet das: Wer in der Nebensaison am Strand spaziert, begegnet der Posidonia – vielleicht weniger hübsch fürs Foto, aber unverzichtbarer Bestandteil eines nachhaltigen Inselökosystems.
Quelle: Agenturen





