„Hexenjagd“ gegen Netanjahu erneut abgesagt

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Der für diesen Montag (27.04.2026) geplante Auftritt des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Prozess gegen ihn wegen mutmaßlicher Korruption wurde aufgrund eines in letzter Minute eingereichten Antrags seiner Anwälte abgesagt, nachdem das Verfahren wegen der am 28. Februar von Israel und den Vereinigten Staaten überraschend gestarteten Offensive gegen den Iran mehr als zwei Monate lang unterbrochen war.

Das zuständige Gericht teilte mit, dass die Entscheidung etwa anderthalb Stunden vor dem geplanten Erscheinen des Premierministers als Zeuge getroffen wurde, nach einem Antrag von Netanjahus Anwalt Amit Hadad, der in den nächsten Stunden einen formellen Antrag zu diesem Zweck einreichen wird, wie der israelische öffentlich-rechtliche Sender Kan berichtete.

Zwar sind die Gründe für den Antrag bislang nicht bekannt, doch israelische Medien wie „Yedioth Ahronoth“ haben darauf hingewiesen, dass er sich um die Sicherheit Netanjahus dreht. In den letzten zwei Wochen wurden die Verhandlungstage genau aus diesen Gründen abgesagt, nachdem das Gericht den Anträgen der Verteidigung stattgegeben hatte.

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Die Staatsanwaltschaft, die sich bislang nicht zur Absage der Verhandlung am Montag geäußert hat, argumentierte in den letzten Fällen, dass „keine dringenden oder konkreten Sicherheitserfordernisse“ vorliegen, die diese Verschiebungen rechtfertigen, und betonte, dass „ein klares und offensichtliches Interesse daran besteht, dass das Verfahren voranschreitet“.

Diese erneute Absage erfolgt einen Tag, nachdem der israelische Präsident Isaac Herzog gefordert hatte, dass Netanjahu eine Art Einigung mit der Staatsanwaltschaft über die Anklagepunkte, wegen derer er vor Gericht steht, erzielen solle, bevor er über eine Begnadigung entscheidet – wie dies auch der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, ein enger Verbündeter des israelischen Premierministers, gefordert hat.

Netanjahu wird in drei Verfahren wegen einer Reihe von Straftaten angeklagt, darunter Betrug oder Annahme von Bestechungsgeldern, obwohl er beklagt hat, dass dies alles Teil einer politischen Verfolgung sei, die er sogar als „Hexenjagd“ bezeichnet hat. Tatsächlich gelang es ihm Ende 2022, trotz der Einleitung der Verfahren gegen ihn im Mai 2020 und ständiger Verzögerungen seitdem für eine sechste Amtszeit wieder an die Macht zu kommen.

Quelle: Agenturen