Pau A. Monserrat, Wirtschaftswissenschaftler und Professor an der UIB, erklärt, dass die gestiegenen Ausgaben vor allem auf den Inflationseffekt zurückzuführen sind. Die Preise für zentrale Dienstleistungen wie Hotels und Transport sind deutlich gestiegen. Dies führt dazu, dass mehr Geld ausgegeben wird, ohne dass sich der tatsächliche Konsum vor Ort erhöht. Besonders im ergänzenden Angebot, beispielsweise in der Gastronomie, bleiben die Ausgaben stabil oder gehen sogar zurück, da weniger Gäste diese Angebote nutzen.
Juanmi Ferrer, Vorsitzender von Mallorca CAEB-Restauración, bestätigt, dass die Tourismussaison für Gastronomen nicht gut gestartet ist. Die finanzielle Situation der Touristen verschärft sich, sodass sie weniger Geld für Ausgaben am Reiseziel zur Verfügung haben.
Pedro Fiol, Präsident des Verbandes der Reisebüros Aviba, ergänzt, dass die gestiegenen durchschnittlichen Ausgaben nicht unbedingt vor Ort bleiben. Viele Kosten werden bereits vor Urlaubsbeginn durch Vorausbuchungen gedeckt. Zudem belasten die aktuellen geopolitischen Spannungen und steigenden Lebenshaltungskosten – etwa durch höhere Kraftstoff-, Energie- und Lebensmittelpreise – die gesamte Reisebranche. Selbst Billigfluggesellschaften erhöhen ihre Tarife, wodurch Reisen insgesamt teurer werden.
Diese Entwicklung führt dazu, dass Touristen bewusster mit ihrem Budget umgehen. Familien buchen häufiger im Voraus, um Überraschungen zu vermeiden, und reduzieren Ausgaben für Freizeitaktivitäten und Gastronomie vor Ort. Wo früher zwei Ausflüge möglich waren, wird heute oft nur einer gebucht oder ganz darauf verzichtet.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die höheren Ausgaben der Touristen auf Mallorca vor allem auf steigende Kosten für Transport und Unterkunft zurückzuführen sind und nicht auf einen Mehrkonsum am Reiseziel. Diese Dynamik stellt die Branche vor Herausforderungen, da der Mehrwert des Tourismus für lokale Anbieter begrenzt bleibt.
Quelle: Agenturen





