Die „Tarifa plana“ erlaubt neuen Selbstständigen, im ersten Jahr einen ermäßigten Sozialversicherungsbeitrag von nur 80 Euro monatlich zu zahlen. Doch nach Ablauf dieses Jahres müssen sie auf den regulären Beitrag zurückfallen, der auf einer Mindestbemessungsgrundlage von 950,98 Euro basiert. Dies führt zu einer Beitragserhöhung auf rund 291 Euro monatlich – fast das Vierfache des Anfangsbetrags. Für viele Start-ups bedeutet diese plötzliche finanzielle Belastung eine enorme Herausforderung und kann den Cashflow erheblich belasten.
Mit über 3,4 Millionen im RETA-System registrierten Selbstständigen und mehr als 434.000, die aktuell von der „Tarifa plana“ profitieren, steht eine beträchtliche Anzahl von Unternehmern kurz vor dieser drastischen Beitragssteigerung. Die UPTA fordert deshalb keine Abschaffung der „Tarifa plana“, sondern strengere Zugangsvoraussetzungen. Vorgeschlagen werden unter anderem eine vorherige Ausbildung, Berufserfahrung, professionelle Beratung und ein belastbarer Geschäftsplan, um die Förderung nachhaltiger Unternehmensgründungen sicherzustellen.
Ergänzend dazu arbeiten spanische Selbstständige bereits durchschnittlich 43,1 Stunden pro Woche, eine der höchsten Wochenarbeitszeiten in der EU. Diese Kombination aus langen Arbeitszeiten und steigenden Sozialversicherungsabgaben könnte auch zur steigenden Krankenstandsquote unter Selbstständigen beitragen.
Für Menschen aus dem Ausland, die eine Selbstständigkeit in Spanien anstreben, ist es essenziell, diese finanziellen Risiken vorab sorgfältig zu kalkulieren. Die Debatte um die „Tarifa plana“ zeigt, wie wichtig es ist, Gründungsförderungen so zu gestalten, dass sie langfristig tragfähige Unternehmen und stabile Arbeitsplätze schaffen.
Quelle: Agenturen





