Hostelería de España lehnt Rauchverbot auf Terrassen entschieden ab

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Die Diskussion um ein Rauchverbot auf Terrassen in Spanien spitzt sich zu. Der größte Gastronomieverband des Landes, Hostelería de España, spricht sich klar gegen die geplante Maßnahme der Regierung aus. Der Verband fürchtet, dass ein Verbot nicht zur Lösung führen, sondern das Problem lediglich in die Innenräume verlagern würde.

Hostelería de España vertritt über 300.000 gastronomische Betriebe und reagierte auf die jüngste Zustimmung des spanischen Ministerrats zum Gesetzentwurf. Obwohl dieser Schritt die parlamentarische Beratung einleitet, bedeutet er noch kein sofortiges Rauchverbot auf Terrassen. Der Verband hält die Maßnahme für wenig wirksam, da Raucher sich dann vermehrt in geschlossene Räume zurückziehen würden, wo die Rauchbelastung höher ist. Zudem wird vor Unordnung auf den Terrassen gewarnt, da es dort keine Aschenbecher gibt, was zu Beschwerden bei Anwohnern führen könnte. Derzeit herrsche ein gutes Miteinander zwischen Rauchern und Nichtrauchern.

Eine von Hostelería de España in Auftrag gegebene Umfrage zeigt, dass 69 Prozent der Spanier Aufklärungskampagnen für wirksamer halten als ein striktes Verbot. Über die Hälfte der Befragten hält ein Rauchverbot auf Terrassen nicht für dringend notwendig, und viele befürchten, dass sich das Rauchen in schlecht belüftete Innenräume verlagert. Darüber hinaus sehen 63 Prozent eine mögliche Schädigung des Images Spaniens als Urlaubsland durch ein solches Verbot.

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Im europäischen Vergleich wäre Spanien mit einem vollständigen Verbot eine Ausnahme: Nur Schweden kennt ein ähnlich strenges Verbot, während Länder wie Frankreich, die Niederlande und Belgien Terrassen bewusst vom Rauchverbot ausnehmen, um den Tourismus zu schützen.

Besonders der Tourismussektor, einer der wichtigsten Wirtschaftsmotoren Spaniens, könnte durch Verwirrung bei den jährlich fast 97 Millionen ausländischen Besuchern sowie durch die zusätzliche Belastung des Personals leiden, das nun auch als Aufsichtsperson fungieren müsste. Das Rauchen auf privaten Terrassen oder Balkonen bleibt hingegen erlaubt.

José Luis Álvarez Almeida, Vorsitzender von Hostelería de España, fordert einen offenen Dialog und eine sorgfältige Abwägung der Folgen für Beschäftigung, Unternehmertum und Kundenerlebnis. Für viele Niederländer und Belgier, die regelmäßig Spanien besuchen oder dort leben, bleibt das Rauchen auf Terrassen vorerst möglich. Wie lange dies so bleibt, hängt vom weiteren Verlauf des parlamentarischen Verfahrens ab.

Quelle: Agenturen