Fünf Jahre nach dem Vulkanausbruch auf La Palma leben noch immer zahlreiche Familien in provisorischen Containerwohnungen. Der Vulkanausbruch des Tajogaite hinterließ 2021 viele Menschen ohne Zuhause, und obwohl sie Entschädigungen erhielten, reichen diese mit den derzeit hohen Immobilienpreisen längst nicht mehr aus, um ein neues Heim zu erwerben. Der Bürgermeister von Los Llanos de Aridane hofft, dass die noch verbliebenen Containerbewohner im nächsten Jahr in feste Unterkünfte umziehen können.
Am 19. September 2021 öffneten sich in Todoque Risse in der Erde. Die Lava aus diesen Spalten zerstörte innerhalb von 85 Tagen insgesamt 1.345 Häuser in den Gebieten Los Llanos, El Paso und Tazacorte. Als Notlösung erhielten Betroffene temporäre Wohnungen – Container von etwa fünfzig bis sechzig Quadratmetern, die nur für eine kurze Zeit ausreichen sollten. Doch fünf Jahre später stehen diese Container in Los Llanos de Aridane immer noch dort, mit den alltäglichen Zeichen des Lebens auf ihren kleinen Flächen.
Eine der Betroffenen ist die 97-jährige Argensola Pérez. Seit fast drei Jahren lebt sie dort neben ihrer Tochter, nachdem ihr Zuhause dem Lavastrom zum Opfer fiel. Was Argensola besonders vermisst, sind ihre Erinnerungen: “Überall hinschauen und nichts mehr sehen.” Auch der frühere Bewohner José Manuel Rodríguez Cabrera spürt noch täglich die Auswirkungen: “Wir haben nicht nur ein Haus verloren. Wir haben alles verloren: Gewohnheiten, Traditionen, Zusammenhalt.”
Den betroffenen Bewohnern gelang es nicht, die Entschädigungen zum Erwerb neuen Wohnraums zu nutzen, da die Immobilienpreise auf den Kanaren stark gestiegen sind. Besonders ausländische Käufer haben die Preise in die Höhe getrieben, sodass Betroffene wie Fátima Ramos feststellen mussten, dass sie nach einer gewissen Zeit keine Chance hatten, mit den Entschädigungsgeldern angemessenen Wohnraum zu finden.
Um die Situation zu verbessern, hat Bürgermeister Javier Llamas drei Grundstücke an das kanarische Wohnungsinstitut für den Bau von Sozialwohnungen übergeben. Ein neues Gebäude mit 53 Wohnungen steht kurz vor der Fertigstellung und könnte den verbleibenden Containerbewohnern bald eine neue Heimat bieten.
Die Hoffnung auf den Wiederaufbau von Todoque schwindet bei vielen langsam, obwohl Gesetzesdekrete verabschiedet wurden, die Baumaßnahmen auf abgekühlter Lava ermöglichen sollen. Ein Monolith am alten Dorfplatz erinnert symbolisch an die Zukunftshoffnung, doch für einige scheint der Gedanke an Rückkehr angesichts der meterhohen Lavadecken vor ihren einstigen Häusern kaum realisierbar. Dennoch wagen sich einige Bewohner an die Ränder des Lavastroms zurück, wo die Schichten dünner sind, in der Hoffnung auf einen Neuanfang.
Quelle: Agenturen





