Die katalanische Regierung verschärft ihre Reaktion auf digitale Aufrufe zu Gewalt im Zusammenhang mit den jüngsten Unruhen in Barcelona. Innenministerin Núria Parlon forderte am Montag (26.10.2026) Plattformen wie WhatsApp und Telegram auf, Gruppen zu schließen, in denen Jugendliche zum Stiften von „Chaos“ und zur „Destabilisierung des sozialen Friedens“ angestachelt werden.
Hintergrund ist eine Reihe von Vorfällen, bei denen Aufrufe zu Gewalt am vergangenen Samstag vor allem über soziale Netzwerke wie TikTok und in daraufhin gegründeten Gruppen auf Messaging-Diensten verbreitet wurden. Die Initiatorinnen und Initiatoren agierten meist unter Tarnidentitäten, wiesen gezielt auf Chats in Messenger-Apps hin und gaben dort Anweisungen für ihr Vorgehen weiter.
Die Ministerin betonte, dass es sich bei diesen Aktionen nicht um legitimen Protest, sondern um gezielte Mobilisierung zur Begehung von Straftaten handle – darunter Ausschreitungen, Sabotage und Plünderungen. Für kommende Initiativen, wie etwa einen neuen Aufruf zum 31. Oktober, kündigte sie einen strikten Kurs an und versprach „Null-Toleranz“. In diesem Zusammenhang forderte sie verstärkte Kooperation der Plattformen, sowohl bei der Schließung auffälliger Gruppen als auch bei der Identifizierung der Verantwortlichen hinter den Massenbotschaften.
Der Schritt verdeutlicht, wie ernst Behörden digitale Dynamiken in ihrer Wirkung auf die reale gesellschaftliche Ordnung nehmen. Während Plattformbetreiber einerseits den Schutz der Privatsphäre und Meinungsäußerung abwägen, wächst andererseits der Druck, gegen die Verbreitung von Gewaltaufrufen aktiv vorzugehen. Die Debatte über diesen Balanceakt dürfte weiter Fahrt aufnehmen – nicht nur in Katalonien.
Quelle: Agenturen



