Das menú del día, das typische Tagesmenü in spanischen Restaurants, ist aus dem Alltag vieler Spanier kaum wegzudenken. Für einen festen Preis – meist um die 14 Euro – gibt es Vorspeise, Hauptgang, Dessert, Brot und ein Getränk. Es ist erschwinglich, nahrhaft und beliebt. Doch die Kehrseite: Für die Gastronomie ist das Tagesmenü kaum einträglich.
Viele Restaurantbetreiber bezeichnen das Tagesmenü eher als Service denn als Einnahmequelle. Der eigentliche Verdienst steckt häufig in zusätzlichen Bestellungen wie einem weiteren Getränk oder einem doppelten Kaffee. Bleibt es nur beim Menüangebot, arbeiten Betreiber oft mit dünnen Margen oder gar Verlust. Zumal gestiegene Einkaufspreise für Fleisch, Kaffee oder Energie die Kalkulation erschweren – trotzdem bleibt der Menüpreis stabil, um konkurrenzfähig zu sein.
Die Herausforderung ist enorm: Im Gespräch mit Medien berichten Gastronomen, dass sie teils über hundert Menüs pro Tag verkaufen müssen, um überhaupt kostendeckend zu arbeiten. Kommen weniger Gäste, wird es kritisch. Dennoch möchte kaum jemand das Menü streichen – einerseits ist es in der Nachbarschaft fest etabliert, andererseits begrenzt es die Lebensmittelverschwendung: Die Küche kann gezielter einkaufen und verarbeiten.
Doch der Trend zeigt nach unten: Spanische Haushalte gaben 2025 im Schnitt nur noch 154 Euro jährlich für Tagesmenüs aus – 48 Prozent weniger als 2018. Einzelne Café-Besuche und Tapas-Konsumein gaben um 21 Prozent nach. Stattdessen verlagert sich der Markt: Supermärkte verzeichnen boomende Umsätze mit Fertiggerichten, die oft günstiger und flexibler verfügbar sind.
Das Tagesmenü bleibt ein Herzstück spanischer Esskultur – gerät aber durch wirtschaftliche Zwänge zunehmend unter Druck. Die Zukunft wird zeigen, ob es seinen Platz auf den Speisekarten behaupten kann oder weiter zur reinen Serviceleistung schrumpft.
Quelle: Agenturen



