Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat am Sonntagabend (21.06.2026) Gerüchte über einen möglichen Rückzug der israelischen Streitkräfte (IDF) aus dem Gebiet, das sie derzeit illegal im Süden des Libanon besetzen, zurückgewiesen. „Was würden die USA tun? Würden sie sagen, dass man nichts tun kann? Würden sie den Beschuss einstellen? (…) Nein, sie wissen ganz genau, was die USA tun würden. Sie würden die Grenze überqueren, eine Sicherheitszone einrichten, die Terroristen ausschalten und die Bevölkerung schützen, bis die Bedrohung beseitigt ist (…) Genau das tun wir“, erklärte Netanjahu während seiner Rede auf einer vom Jewish News Syndicate (Jüdisches Nachrichten-Syndikat) in Jerusalem organisierten Konferenz.
Der israelische Regierungschef versicherte zudem, dass „es Frieden im Libanon geben wird“, sobald die schiitische Hisbollah, „Vertreterin des Iran“, keine Bedrohung mehr für die Gemeinden im Norden Israels und für seine Truppen darstelle, obwohl an diesem Wochenende ein „Waffenstillstand“ in Kraft getreten sei, der seitdem von beiden Seiten ständig verletzt worden sei.
In diesem Sinne erklärte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz gestern Abend in einer Stellungnahme, der Staat Israel habe „nicht die Absicht, sich aus Beaufort zurückzuziehen, das ein integraler Bestandteil der Sicherheitszone im Libanon und für die Verteidigung der Gemeinden in Galiläa sowie der Streitkräfte der IDF von entscheidender Bedeutung ist“.
Unterdessen gab ein Sprecher der IDF eine Aktualisierung der Richtlinien des Kommandos für die Innere Front bekannt: Ab Montagmorgen um sechs Uhr werden die Beschränkungen in bis zu acht Gemeinden im Norden Israels, die an den Libanon grenzen, aufgehoben; dort wird dann wieder der volle Betrieb herrschen und nicht mehr wie bisher nur ein eingeschränkter.
Am Freitag erlebte der Libanon einen der blutigsten Tage seit Wochen: Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums kamen mindestens 48 Menschen ums Leben, während vier israelische Soldaten bei einem Angriff der Hisbollah mit einer Sprengdrohne im Gebiet von Ali Taher starben.
Im Libanon sind seit Anfang März insgesamt mehr als 4.100 Menschen durch israelische Angriffe ums Leben gekommen, wie die lokalen Gesundheitsbehörden mitteilten, die heute im Einklang mit der seit Freitag geltenden Waffenruhe keine israelischen Angriffe gemeldet haben.
Quelle: Agenturen





