Die meisten europäischen Börsen gaben kurz nach Handelsbeginn um rund 1 % nach, beeinflusst durch den Anstieg des Ölpreises um 5 % infolge der gegenseitigen Bombardements zwischen Israel und dem Iran sowie durch den starken Einbruch an der Wall Street am vergangenen Freitag. So fiel um 9.15 Uhr (7.15 Uhr GMT) vor allem Frankfurt um 1,28 %, während der Euro Stoxx 50 1,1 % verlor, Paris 0,92 %, Madrid 0,68 %, London 0,32 % und Mailand 0,3 %.
Der Preis für ein Barrel Brent-Öl stieg um 5,07 % auf 97,81 Dollar, nachdem der Iran Israel wegen dessen Intervention im Libanon mit ballistischen Raketen angegriffen hatte und die Israelis mit der Bombardierung einer petrochemischen Anlage im Südwesten des Iran sowie weiterer Ziele reagierten. West Texas Intermediate legte um 4,54 % auf 94,65 Dollar zu.
Für den IG-Analysten Sergio Ávila bedeuten diese Faktoren, dass „die geopolitischen Spannungen die europäischen und asiatischen Börsen belasten und die Angst vor einer Eskalation mit direkten Auswirkungen auf den Energiesektor und das globale Risiko wieder aufleben lassen“. TTF-Erdgas auf dem europäischen Markt in den Niederlanden verteuerte sich um 4,66 % und wurde zu 51 Euro pro Megawattstunde gehandelt.
Die Börsen standen zudem unter dem Einfluss des Einbruchs an der Wall Street am vergangenen Freitag, als der Technologieindex Nasdaq Composite 4,18 % einbüßte – sein schlechtestes Tagesergebnis seit April letzten Jahres. Darüber hinaus fiel der S&P 500 um 2,64 % und der Dow Jones Industrial Average um 1,35 %.
Dieser Rückgang war auf die Befürchtung von Zinserhöhungen nach den guten US-Arbeitsmarktdaten vom Mai (172.000 neue Arbeitsplätze), den Anstieg der Anleiherenditen auf über 4,5 % und die Unsicherheiten hinsichtlich des Geschäfts mit künstlicher Intelligenz bei steigenden Finanzierungskosten zurückzuführen.
Die Situation an der New Yorker Börse, die in der vergangenen Woche mehrere Rekorde verzeichnet hatte, sowie im Nahen Osten übertrug sich auf Asien, wo der Rückgang in Seoul um 8,29 % besonders auffiel, während Tokio 3,85 % einbüßte, Shanghai 1,7 % und Hongkong wenige Minuten vor Börsenschluss um rund 1,5 % nachgab. Der Euro stieg um 0,03 % und notierte bei 1,1525 Dollar, während die Rendite der deutschen 10-jährigen Staatsanleihe bei 3,053 % lag, was einem Anstieg um 1,7 Basispunkte entspricht. Eine Feinunze Gold verlor 0,59 % auf 4.302,7 Dollar, und Silber gab um 1,02 % nach und wurde bei 67,14 Dollar gehandelt. Bitcoin stieg um fast 2 % und notierte zu diesem Zeitpunkt bei 63.073 Dollar. Die Anleger werden heute die Daten zum Anlegervertrauen (Sentix) in der Eurozone für Juni im Auge behalten.
Quelle: Agenturen




