In Sóller auf Mallorca formiert sich Widerstand gegen die zunehmende Überbelastung durch den Tourismus. Die Initiative „Menys Turisme Més Vida“ gemeinsam mit dem „Moviment Jove de Sóller“ hat für den 8. August eine Demonstration organisiert, um auf die kritische Lage der Gemeinde aufmerksam zu machen. Unter dem Motto „Sóller, am Limit“ steht der Protest im Zeichen der negativen Folgen der touristischen Entwicklung, die viele Bewohner als Bedrohung ihrer Lebensqualität empfinden.
Die Organisatoren kritisieren die „Touristifizierung“ der Gemeinde, die sich besonders durch den unzureichenden öffentlichen Nahverkehr und den Mangel an Parkplätzen aufgrund der Vielzahl an Mietwagen verschärft. Zudem wird die Verbreitung von Ferienwohnungen und die damit verbundene Immobilienspekulation als großes Problem hervorgehoben. Dies führt dazu, dass der lokale Handel zunehmend verdrängt wird und touristisch orientierte Geschäfte das Ortsbild prägen.
Die Kundgebung auf der Plaça dels Estiradors findet zu einer Zeit statt, in der Sóller besonders viele Touristen anzieht und die Anwohner sich zunehmend an den Rand gedrängt fühlen. Ein Bericht der Stadtverwaltung bestätigt die Überlastung: Die Gemeinde überschreitet mit über 75 Touristenplätzen pro 100 Einwohner die kritische Grenze. Gleichzeitig haben sich die Wohnungspreise innerhalb von 15 Jahren verdoppelt, was den Druck auf den Wohnungsmarkt weiter erhöht.
Der Protest in Sóller steht auch im Zusammenhang mit einer größeren Demonstration, die am 26. Juli in Palma geplant ist und soll ein deutliches Zeichen gegen die unkontrollierte touristische Entwicklung setzen. Die Bewegung fordert ein Umdenken, das die Bedürfnisse der Einwohner und den Schutz der Gemeinde in den Vordergrund stellt.
Quelle: Agenturen



