Der Anteil junger Spanier, die weder studieren noch arbeiten (sogenannte „Ninis“), hat mit 11,5 % einen historischen Tiefstand erreicht, den niedrigsten Wert seit 2002. Gleichzeitig wächst die Zahl der „Sisis“ – junge Menschen, die sowohl studieren als auch arbeiten – aus Notwendigkeit, nicht aus Ehrgeiz.
Spanische Medien berichten über eine deutliche Verschiebung auf dem Arbeitsmarkt für junge Menschen. Im Jahr 2013, auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise, waren 22,5 % der 15- bis 29-Jährigen Ninis. Dreizehn Jahre später hat sich diese Zahl halbiert, was auf den Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit und der Schulabbrecherquote zurückzuführen ist.
Spanien nähert sich dem EU-Durchschnitt von 11 %. Der Begriff „Nini“ hatte in Spanien einen negativen Beigeschmack, suggerierte Faulheit, aber die Realität ist komplexer. Viele junge Menschen fanden aufgrund der hohen Jugendarbeitslosigkeit keine Arbeit. Arbeitsmarktreformen und eine sich erholende Wirtschaft haben die Situation verbessert.
Allerdings arbeiten junge Menschen heute oft, weil sie müssen. Der angespannte Wohnungsmarkt und steigende Mieten zwingen sie dazu. Die Zahl der „Sisis“ steigt: 1,11 Millionen junge Menschen zwischen 16 und 29 Jahren kombinieren Arbeit und Studium, was 33 % der Erwerbstätigen in dieser Altersgruppe entspricht. Viele arbeiten, weil sie mit Studienbeihilfen oder elterlicher Unterstützung nicht auskommen.
Niedrige Löhne, befristete Verträge und hohe Mieten machen diese Kombination zur Notwendigkeit. Der Rückgang der Nini-Quote ist positiv, aber viele junge Menschen kommen trotz Arbeit und Studium kaum voran. Ein eigenes Zuhause bleibt für die meisten ein Traum, da die Immobilienpreise Höchststände erreichen und keine baldige Besserung erwartet wird. Emanzipation bleibt für viele unerreichbar.
Quelle: Agenturen





