In Europa wächst der Druck, das Rauchen in öffentlichen Außenbereichen wie Terrassen, Bushaltestellen und Spielplätzen zu verbieten, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Während Schweden als einziges EU-Land bereits ein umfassendes Rauchverbot auf Gastronomie-Terrassen eingeführt hat, hinkt Spanien in dieser Hinsicht noch hinterher und arbeitet derzeit an einem eigenen Gesetz, das jedoch noch nicht in Kraft ist.
Die Europäische Kommission und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzen sich dafür ein, dass alle Mitgliedstaaten rauchfreie Zonen ausweiten, insbesondere an Orten, an denen viele Kinder und Jugendliche unterwegs sind. Ziel ist es, die Raucherquote in der EU bis 2040 auf unter 5 Prozent zu senken.
Studien zeigen, dass Rauchverbote im öffentlichen Raum die gesellschaftliche Wahrnehmung des Rauchens verändern und somit vor allem junge Menschen davon abhalten, mit dem Rauchen zu beginnen. Länder wie die Niederlande und Schweden, die strenge Verbote mit hohen Tabaksteuern kombinieren, weisen die niedrigsten Raucherzahlen auf.
In Spanien rauchen rund 24 Prozent der Erwachsenen, was dem europäischen Durchschnitt entspricht. Trotz jahrelanger Bemühungen stagniert der Rückgang der Raucherzahlen, während E-Zigaretten besonders bei Jugendlichen immer beliebter werden.
Der aktuelle Gesetzentwurf der spanischen Regierung sieht ein Rauch- und Vapeverbot auf Terrassen, an Bushaltestellen, Sportplätzen und bei Festivals vor. Die Gastronomiebranche kritisiert das Vorhaben scharf und sieht darin eine Ablenkung von anderen Gesundheitsproblemen. Die WHO fordert neben dem Rauchverbot auch eine Anhebung der Tabakpreise in Spanien, um den Rückgang des Rauchens wirksam zu fördern.
Insgesamt zeigt sich, dass Spanien zwar in der Tabakbekämpfung Fortschritte gemacht hat, aber im europäischen Vergleich beim Schutz vor Passivrauchen im Außenbereich noch Nachholbedarf besteht. Die kommenden Monate werden zeigen, ob das neue Gesetz den nötigen Durchbruch bringt, um das Rauchen auf Terrassen endlich einzudämmen und die Ziele der EU im Kampf gegen den Tabakkonsum zu unterstützen.
Quelle: Agenturen



