63.000 Menschen vor Waldbränden bei Madrid und Ávila geflohen

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Spanien hat am Freitag (24.07.2026) zum ersten Mal in seiner demokratischen Geschichte die höchste Waldbrand-Alarmstufe ausgerufen. In Madrid und Ávila wurden inzwischen mehr als 63.000 Menschen evakuiert, und Flugzeuge aus Griechenland und Italien sind unterwegs.

Innenminister Fernando Grande-Marlaska beschloss am Freitag die Ausrufung der emergencia de interés nacional (Notstand von nationalem Interesse), auch bekannt als situación operativa 3. Diese Maßnahme wurde in der spanischen Geschichte bisher nur ein einziges Mal angewendet, nämlich während des großen Stromausfalls im März. Mit dieser Ausrufung übernimmt die Zentralregierung die Koordination aller regionalen und lokalen Rettungsdienste bei den Bränden rund um Villa del Prado und San Martín de Valdeiglesias in Madrid sowie bei Burgohondo-Navaluenga in Ávila.

Die Entscheidung fiel, nachdem die Regionalpräsidentin der Region Madrid, Isabel Díaz Ayuso, eingeräumt hatte, dass die Region an mehreren Fronten „über ihre Löschkapazitäten hinaus“ operiere. Auch Regierungsbeauftragter Francisco Martín bezeichnete die Lage als „sehr kompliziert“.

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Das spanischsprachige Nachrichtenmedium Euronews berichtet, dass Brüssel inzwischen den Europäischen Katastrophenschutzmechanismus aktiviert hat: Griechenland entsendet zwei Canadair-Löschflugzeuge, Italien weitere zwei, die sich am Samstag zusammen mit Verstärkung aus einem halben Dutzend spanischer Regionen an den Löscharbeiten beteiligen werden.

Die Brände bei Villa del Prado und San Martín de Valdeiglesias breiten sich vorerst in unterschiedliche Richtungen aus, obwohl sie nahe beieinander liegen. Zusammen führten sie zur vollständigen Evakuierung von Aldea del Fresno, Navas del Rey, Colmenar del Arroyo, Chapinería, Fresnedillas de la Oliva, Robledo de Chavela, Navalagamella und Zarzalejo.

Die Bewohner von Villa del Prado selbst müssen in ihren Häusern bleiben. Gegen Mitternacht kam die Evakuierung von etwa 5.000 Campern auf dem Campingplatz von El Escorial hinzu, womit sich die Gesamtzahl für die gesamte Region auf 63.000 belief. Dies knüpft an den nationalen Notstand an, der bereits am Donnerstag für dieselbe Waldbrandfront im Südwesten von Madrid ausgerufen wurde.

Die Straßen M-501 und M-507 bleiben gesperrt, und eine Störung im Telekommunikationsnetz hat 16 Gemeinden von der Außenwelt abgeschnitten, was sowohl die Hilfeleistungen als auch den Kontakt zwischen den Bewohnern und ihren Familien erheblich erschwert. Marlaska bezeichnet diesen Brand als „sehr schwer“ zu löschen, hofft jedoch, dass ein Windwechsel und sinkende Temperaturen in der Nacht ein günstigeres Zeitfenster für die Löscharbeiten eröffnen. Das Ziel besteht nun vor allem darin, zu verhindern, dass die Flammen El Escorial und San Lorenzo de El Escorial erreichen.

Die größte Sorge gilt dem Brand in Burgohondo-Navaluenga, der sich durch Windböen zeitweise in vierzig Minuten drei Kilometer weit ausbreitete. Das Feuer hat bereits mehr als 9.000 Hektar mit einem Umfang von über 70 Kilometern zerstört.

Evakuiert wurden Burgohondo, Villanueva de Ávila, Hoyo de Pinares und Teile von Cebreros sowie der Campingplatz von El Burguillo und Landhäuser im Naturschutzgebiet Valle de Iruelas. Navaluenga und El Tiemblo stehen unter Ausgangssperre. Einer der heikelsten Momente war die nächtliche Evakuierung der Bewohner des Pflegeheims San Antonio in El Tiemblo nach Cebreros.

Die Guardia Civil (die spanische Bundespolizei) hat einen Verdächtigen festgenommen und ermittelt gegen eine zweite Person als möglichen Brandverursacher: Sie sollen an einer Stelle, an der dies verboten war, schweres Gerät eingesetzt haben, was den Funken ausgelöst haben soll.

Beim Waldbrand in Ejulve in der Provinz Teruel war das Feuer zunächst unter Kontrolle, flammte jedoch aufgrund einer Windänderung wieder auf. Daraufhin mussten mehrere Dörfer evakuiert werden, was die Löscharbeiten erschwerte.

Auch in Aragón bereitet der Waldbrand in der Nähe des Dorfes Plan in den Pyrenäen Probleme. Das Feuer wütet in großer Höhe und kann nur mit Hubschraubern gelöscht werden, die bereits seit über einer Woche ununterbrochen im Einsatz sind. Die Feuerwehr hofft, dass sich der Brand abschwächt, wenn die Temperaturen in den kommenden Tagen sinken und möglicherweise auch Regen in Aussicht steht.

Mehr als 1.800 Einsatzkräfte der UME, der Guardia Civil und des Protección Civil sind im Einsatz, verstärkt durch Luftunterstützung, die am Samstag aus Griechenland und Italien eintrifft.

Quelle: Agenturen