Die Insel Mallorca erlebt aktuell eine Welle der Empörung aufgrund der fortwährenden Missachtung des Wegerechts entlang ihrer Küsten. Die Umweltschutzgruppe „Grup d’Amics en Defensa del Medi Ambient“ (GADMA) prangert die Vernachlässigung der zuständigen Behörden an, die geltende Gesetze zum Schutz der öffentlichen Zugänge zur Strandlinie nicht ausreichend durchsetzen.
Die Vorwürfe beziehen sich auf konkrete Eingriffe wie Fundamentarbeiten in den Felsen und das Errichten von Metallkonstruktionen oder Pergolen, die den freien Zugang der Bevölkerung zu den Stränden erschweren oder gar verhindern.
Bernat Fiol, Sprecher von GADMA, berichtet von zahlreichen Fällen auf der Insel, darunter eine Pergola an der Costa de los Pinos, die direkt neben den Felsen einen Durchgang blockiert. Trotz Gesprächen mit einem Ministeriumsbeamten, der bestätigte, dass keine Genehmigungen für solche Maßnahmen vorliegen und die Zuständigkeit bei Madrid liege, bleiben die Zugänge vielerorts versperrt.
Fiol betont, dass diese Verstöße keineswegs Einzelfälle seien, sondern eine häufige Praxis, bei der Eigentümer Küstenbereiche entgegen dem öffentlichen Interesse und ohne Konsequenzen besetzen. Er kritisiert, dass trotz eines seit langem bestehenden Küstenschutzgesetzes dessen Durchsetzung mangelhaft sei, was die Rechtsunsicherheit und die Benachteiligung der Allgemeinheit verstärke.
GADMA fordert deshalb eindringlich Respekt für das Wegerecht und eine konsequente Anwendung der Gesetze. Das öffentliche Interesse müsse Vorrang haben, und der Zugang zur Küste müsse für alle Bürger garantiert werden. Nur so könne die Küste als gemeinsames Gut erhalten bleiben und Gerechtigkeit für alle gewährleistet werden.
Quelle: Agenturen





