Spanien stellt 23,1 Millionen Euro bereit, um die Abwanderung aus ländlichen Regionen zu stoppen und die demografische Entwicklung umzukehren. Dieses Geld soll gezielt in Arbeitsplätze, Innovation und Infrastruktur in besonders betroffenen Dörfern fließen, die unter Überalterung und Bevölkerungsverlust leiden.
Die Finanzierung erfolgt über den Fonds für territoriale Kohäsion und Transformation und wurde einstimmig von der Regierung und den autonomen Regionen genehmigt. Die Verteilung orientiert sich an wirtschaftlichen und sozialen Kriterien sowie der Bevölkerungsdichte, wobei benachteiligte Gebiete Priorität haben. Diese Summe ergänzt bereits frühere Investitionen: In den vergangenen sechs Jahren flossen über 200 Millionen Euro in Projekte zur Digitalisierung, Bioökonomie, Unternehmertum und Verbesserung grundlegender Infrastruktur wie Schulen und Arztpraxen.
Die Herausforderung, die Spanien als „España vaciada“ beschreibt, betrifft viele Gemeinden im Landesinneren, wo junge Menschen in Städte abwandern und die Bevölkerung altert. Proteste wie die „Revuelta de la España Vaciada“ zeigen die Unzufriedenheit mit der politischen Vernachlässigung dieser Regionen. Dennoch gibt es positive Entwicklungen: In kleinen Gemeinden wächst die Bevölkerung seit sieben Jahren wieder, nicht zuletzt dank besserer digitaler Vernetzung und neuer wirtschaftlicher Chancen, die auch Zuwanderer anziehen.
Die neuen Mittel sollen wirtschaftliche, soziale und umweltfreundliche Projekte fördern. Ziel ist es, lokale Stärken zu nutzen, private Investitionen anzuziehen und den Menschen nicht nur einen Grund zu geben, in den Dörfern zu bleiben, sondern auch aktiv neue Chancen zu schaffen. Damit will Spanien das strukturelle Problem der Landflucht langfristig eindämmen und die ländlichen Räume lebendig und zukunftsfähig machen.
Quelle: Agenturen





