Spaniens Küstengesetz steht vor einem grundlegenden Wandel: Künftig könnte die höchste je gemessene Sturmwelle festlegen, wie weit das dominio público marítimo-terrestre – also der öffentliche Küstenbereich – reicht. Damit reagiert die Regierung auf immer häufigere und heftigere Unwetter. Doch die Reform ist hochumstritten und trifft nervöse Hausbesitzer in den beliebten Küstenregionen ins Mark.
Bisher galt: Die Grenze des öffentlichen Küstenbereichs wurde dort gezogen, wo die Wellen bei heftigen Stürmen mindestens fünfmal in fünf Jahren hingelangen. Der neue Gesetzentwurf kippt dies. Nun soll eine einzige, außergewöhnliche Sturmwelle genügen, um den Grenzverlauf zu verändern – mit tiefgreifenden Folgen für ganze Küstenabschnitte. Bereits jetzt sind laut einer Untersuchung von Newtral mehr als 86.000 Gebäude im öffentlichen Küstengebiet verzeichnet, über die Hälfte davon Wohnhäuser.
Das Gesetz verschärft nicht nur die Abgrenzung, sondern verbietet in betroffenen Gebieten oftmals Umbauten und Erweiterungen. Eigentümer sehen sich mit drohendem Wertverlust konfrontiert, auch Banken könnten Hypotheken künftig verweigern. Besonders streng setzt der Staat das Gesetz bereits an Orten wie der Costa Blanca um, wo Gemeinden wie Dénia Kilometer von Küstenlinie zum öffentlichen Bereich erklärten – mit weitreichenden Konsequenzen für die Anwohner.
Die politische Debatte ist hitzig: Mehrere Regionen und Institutionen fordern eine Überarbeitung oder lehnen die Reform komplett ab – bis hin zu Klagedrohungen. Befürworter hingegen betonen den Schutz vor Extremwetter und Küstenerosion. Während das Ministerium noch Konsultationen auswertet, bleibt die Unsicherheit für Eigentümer groß. Klar ist: Die Debatte über Spaniens Strände und das Recht auf Küstenbesitz ist mit der geplanten Verschärfung so akut wie selten zuvor.
Quelle: Agenturen





