Der geplante Tankstellenstreik auf den Balearen ist abgewendet. Gewerkschaften und Arbeitgeberverband einigten sich am Mittwoch (22.04.2026) auf einen Kompromiss, wie Miguel Amengual, Provinzbeauftragter der CCOO für Tankstellen, mitteilte.
Ursprünglich waren ein Streik am 30. April (12:00-16:00 Uhr) und ein 24-stündiger Streik am 3. Mai geplant, die den Brückentag am 1. Mai erheblich beeinträchtigt hätten. Betroffen wären über 800 Beschäftigte auf den Balearen und 55.000 in ganz Spanien gewesen. Kern der Auseinandersetzung waren Forderungen nach besseren Lohn- und Arbeitsbedingungen.
Die Arbeitgeberseite stimmte nun Lohnerhöhungen von 3,4 % für 2025 und 2 % für 2026 zu. „Dies bedeutet eine Lohnerhöhung von 5,4 %, sobald die Vereinbarung im Staatsanzeiger (BOE) veröffentlicht wird“, so Amengual.
Weitere Details der Einigung sollen im Laufe des Tages bekannt gegeben werden. Amengual äußerte sich vorsichtig optimistisch, wies aber darauf hin, dass die Auswirkungen der Lohnerhöhung vom Verbraucherpreisindex (VPI) abhängen. Ein Anstieg des IPC, beispielsweise durch den Konflikt im Nahen Osten, könnte die Kaufkraft der Beschäftigten schmälern.
Roberto Serrano, Verhandlungsführer der UGT-FICA, hatte die Situation zuvor als „unhaltbar“ bezeichnet, da das Durchschnittsgehalt bei 1.350 Euro liege, kaum über dem Mindestlohn. Insbesondere auf den Balearen, mit höheren Lebenshaltungskosten, sei dies problematisch. Serrano betonte, dass die Arbeitsbedingungen unattraktiv seien, was zu einem Mangel an Arbeitskräften und einer Zunahme von Selbstbedienungstankstellen führe. Zudem hätten sich Tankstellen zu Geschäften entwickelt, in denen Mitarbeiter vielfältige Aufgaben übernehmen müssten.
Quelle: Agenturen





