Ein Buckelwal, der tot an der dänischen Küste bei Anholt aufgefunden wurde, ist „Timmy“, das Meeressäugetier, das fast zwei Monate lang vor Deutschland gestrandet war und vor zwei Wochen nach einer medienwirksamen Rettungsaktion freigelassen wurde, teilte die dänische Umweltschutzbehörde am Samstag (16.05.2026) mit.
„Es ist nun bestätigt, dass es sich bei dem an der Küste von Anholt gestrandeten Buckelwal um denselben Wal handelt, der zuvor in Deutschland gestrandet war und den man zu retten versucht hatte“, erklärte ein Vertreter der staatlichen Behörde gegenüber der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau.
Der Kadaver des Wals war am Donnerstag aufgetaucht, doch erst heute erlaubten die Wetterbedingungen den Mitarbeitern der dänischen Umweltschutzbehörde, ihn zu untersuchen, wobei sie einen Sender fanden, dessen Position und Aussehen die Identifizierung des Wals ermöglichten. Auch Till Backhaus, Umweltminister der deutschen Region Mecklenburg-Vorpommern, bestätigte die Nachricht.
„Viele Menschen hatten großes Mitgefühl mit dem Schicksal des Tieres und hatten die Hoffnung, dass der Wal wieder in die Freiheit entlassen werden könnte. Auch ich hatte diese Hoffnung geteilt“, beklagte er in einer von der Boulevardzeitung Bild aufgegriffenen Stellungnahme.
Die Versuche, „Timmy“, den Buckelwal, der mehrfach gestrandet war – das erste Mal Anfang März an verschiedenen Stellen der deutschen Ostseeküste –, zu retten, lösten in Deutschland großes Medieninteresse aus.
Obwohl Wissenschaftler davor warnten, dass das Tier keine Überlebenschancen habe, selbst wenn es in tiefes Wasser gebracht würde, da es Verletzungen erlitten hatte und offensichtlich desorientiert war, veranlasste der gesellschaftliche Druck die regionalen Behörden schließlich dazu, einen privaten Rettungsversuch zu genehmigen.
Nach vielen Rückschlägen und gegenseitigen Schuldzuweisungen gelang es der Initiative, die von den Unternehmern Walter Gunz, Mitbegründer der Elektronik-Einzelhandelskette MediaMarkt, und Karin Walter-Mommert, einer bekannten Persönlichkeit im Pferdesport, finanziert wurde, den Wal auf ein Lastschiff zu verladen und ihn am 2. Mai in der Nordsee freizulassen.
Die Freilassung erfolgte etwa 70 Kilometer nördlich von Skagen (Dänemark), und die Rettungsaktion kostete insgesamt mehr als 1,5 Millionen Euro.
Seitdem hatte die private Initiative entgegen ihren Versprechungen weder Standortdaten noch Vitalwerte des Wals, den sie eigentlich überwachen wollte, übermittelt, sodass der Verdacht aufkam, dass der Wal nach seiner Freilassung in tiefen Gewässern ertrunken sei, da er nicht schwimmen konnte.
Quelle: Agenturen


