Die Gemeinde Sencelles auf Mallorca steht vor einer gravierenden Umweltkrise: Seit über zwei Jahrzehnten wird eine Verschmutzung des Torrent de Solleric und der darunterliegenden Grundwasserleiter beklagt. Die jüngsten Untersuchungen haben nun bestätigt, dass schädliche PFAS-Chemikalien, insbesondere PFOS, im Wasserversorgungsnetz von Son Saletes in bedenklichen Konzentrationen vorhanden sind.
Die Verunreinigung stammt offenbar aus Einleitungen einer industriellen Wäscherei auf landwirtschaftlich genutztem Boden zwischen Consell und Biniali. Die Stadtverwaltung fordert daher von der balearischen Regierung und der Generaldirektion für Wasserressourcen eine sofortige und vorsorgliche Einstellung dieser Einleitungen, bis die Ursache der PFAS-Belastung vollständig geklärt ist. Eine Anzeige bei der Umweltstaatsanwaltschaft soll die Herkunft der Schadstoffe offiziell untersuchen und die Verantwortlichkeiten aufklären.
Die Kontamination hat bereits dazu geführt, dass das Wasser in betroffenen ländlichen Gewerbegebieten als ungeeignet für den menschlichen Gebrauch eingestuft wurde. Bürgermeister Joan Carles Verd informierte die Bevölkerung über die prekäre Lage und betonte die Notwendigkeit, das Vorsorgeprinzip anzuwenden. Dringende Inspektionen und hydrogeologische Studien sind geplant, um die Quelle der Schadstoffe zu identifizieren und weiteren Schaden zu verhindern.
Die Problematik ist keineswegs neu: Seit den frühen 2000er Jahren wurden immer wieder Einleitungen, Geruchsbelästigungen und ökologische Schäden gemeldet. Trotz mehrfacher Beschwerden und Warnungen gab es bislang keine zufriedenstellende Reaktion von Seiten der Behörden. Die Wasserbehörde erneuerte 2003 sogar die Einleitungsgenehmigung für die private Kläranlage der Wäscherei, obwohl die Gemeinde Bedenken äußerte.
Die Generaldirektion für Wasserressourcen hat inzwischen ihre Überwachung verstärkt und arbeitet an der Aktualisierung des Grundwasserschutznetzes sowie an Studien zur Umweltqualität und Schadstoffentwicklung. Dennoch bleibt die Lage angespannt, da die Reaktionen auf die langanhaltende Problematik als zu langsam und intransparent kritisiert werden.
Diese Situation unterstreicht die dringende Notwendigkeit, Umweltbelange mit Nachdruck und Konsequenz zu behandeln, um die Wasserqualität und das Ökosystem nachhaltig zu schützen.
Quelle: Agenturen





