Die Entscheidung der Stadtverwaltung von Palma auf Mallorca, den Zugang zu den beliebten Treppen der Kathedrale – La Seu – vollständig zu sperren, markiert einen bedeutenden Einschnitt für Einheimische und Besucher der Stadt. Im Mittelpunkt dieser Maßnahme stehen die Sicherheit und der Erhalt eines der wichtigsten Bauwerke Mallorcas.
Der Auslöser war der Fund einer fünf Kubikmeter großen Hohlstelle im Inneren der Treppen, die auf Wasserschäden und strukturelle Risse zurückzuführen ist. Experten warnten vor akuter Einsturzgefahr, sodass im vergangenen Monat umfassende Untersuchungen und Bohrungen veranlasst wurden. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, wie dringend die Situation ist: Starke Risse, verschwindende oder verrostete Tragebalken sowie das Risiko weiterer Hohlräume machen eine sofortige Sperrung unausweichlich.
Die Umleitungen für Fußgänger sind nicht unerheblich. Wer von der Kathedrale zum Borne möchte, muss nun einen Umweg von 500 bis 720 Metern in Kauf nehmen – mit Gehzeiten von neun bis fünfzehn Minuten, je nach Alternativroute. Trotzdem überwiegt das Interesse an Sicherheit und Erhalt des kulturellen Erbes.
Für 2027 ist bereits eine finanzielle Zuweisung für ein umfassendes Restaurierungsprojekt im Haushalt vorgesehen. Der technische Bericht empfiehlt einen kontrollierten Teilabriss der am stärksten betroffenen Abschnitte, um Stabilität und historische Authentizität im anschließenden Wiederaufbau zu gewährleisten. Diese Sanierung ist als notwendige Investition in die Zukunft – und nicht als Verlust des Kulturerbes – zu verstehen.
Die vorübergehende Einschränkung mag unbequem erscheinen, steht jedoch beispielhaft für verantwortungsbewussten Denkmalschutz. Sie legt den Grundstein dafür, dass die majestätische Kathedrale von Palma auch künftige Generationen sicher beeindrucken kann.
Quelle: Agenturen




