Wer am Flughafen Mallorca landet, bemerkt es kaum, aber hoch über den Start- und Landebahnen patrouillieren täglich Falken, die den Luftraum von Möwen, Tauben und anderen Vögeln frei halten. Unsichtbar für die meisten Reisenden ist dieses Team von Raubvögeln seit Jahren eine der wirksamsten Sicherheitsmaßnahmen des Flughafens.
Kollisionen zwischen Flugzeugen und Vögeln gehören weltweit zu den realen Risiken, die Flughäfen berücksichtigen müssen. Auch auf Mallorca, wo das milde Klima und die Lage am Meer viele Vögel anziehen, erfordert dies ständige Wachsamkeit. Deshalb setzt Flughafenbetreiber Aena strukturell auf Falknerei.
Hinter dem Kontrollturm arbeitet ein spezialisiertes Faunateam mit Raubvögeln verschiedener Arten. Ihre Stärke liegt nicht darin, Beute zu töten, sondern in ihrer Anwesenheit. So wie ein Adler sein Revier bewacht, zeigen die Falken anderen Vögeln, dass das Gebiet besetzt ist.
Dieses Territorialverhalten ist entscheidend. Sobald Möwen oder Tauben einen natürlichen Feind wahrnehmen, suchen sie sich einen anderen Ort. So bleibt das Gebiet um Start- und Landebahnen frei von großen Vogelschwärmen.
Die Raubvögel sind sorgfältig trainiert und in Topform. Sie werden täglich mit einem Köder trainiert, meist einem Stück Leder, das eine Beute simuliert, als positive Belohnung.
Dank GPS-Ortung kann das Team ihre genaue Position verfolgen. Während Falkner ihre Vögel früher aus Vorsicht niedriger fliegen ließen, steigen sie heute auf 700 oder 800 Meter Höhe. Manchmal fliegen sie einige Kilometer weiter, aber ihr Standort ist ständig bekannt.
Zu den eingesetzten Arten gehören der Wanderfalke, der im Sturzflug Geschwindigkeiten von bis zu 390 Stundenkilometern erreicht, der Sakerfalke und der imposante Gierfalke. Für Tiere in der Vegetation rund um die Bahnen, wie Kaninchen und Hasen, werden auch Harris-Falken eingesetzt.
Die Falknerei bildet den Kern des Wildtiermanagements, aber der Ansatz ist breiter gefasst. Das Team setzt auch Knallgeräte ein, um Vögel mit lauten Geräuschen zu vertreiben. Hunde vertreiben kleine Tiere aus der Vegetation, damit sie das Gelände verlassen. Auch das Vegetationsmanagement wird angepasst, um das Gelände als Lebensraum weniger attraktiv zu machen.
Alle Maßnahmen zielen auf Abschreckung und Vertreibung ab, nicht auf Tötung. Gefangene Tiere werden beringt und in einem ähnlichen Lebensraum ausgesetzt.
Laut Flughafenbetreiber Aena schützt dieser Ansatz nicht nur Passagiere und Besatzung, sondern auch die Fauna selbst. Vögel, die sich vom Flughafengelände fernhalten, sind weniger gefährdet, mit Flugzeugen oder Verkehr in Berührung zu kommen.
Was für Reisende unsichtbar bleibt, ist für einen sicheren Start und eine sichere Landung unerlässlich.
Quelle: Agenturen





