Der Minister für Energie von Zypern, Michalis Damianos, sprach sich am Dienstag (12.05.2026) in Nikosia dafür aus, dass die Europäische Union (EU) die Nutzung ihrer eigenen Gasressourcen angesichts der durch die Lage im Nahen Osten ausgelösten Energiekrise und der Volatilität der internationalen Märkte verstärkt.
Damianos, Gastgeber eines informellen Treffens der EU-Energieminister in Nikosia, erklärte bei seiner Ankunft, dass Europa in den kommenden Jahrzehnten weiterhin fossile Brennstoffe benötigen werde, und betonte, dass Erdgas „sauberer als jede andere Alternative“ sei.
„Ich glaube, wir müssen sicherstellen, dass wir, da wir über diese Reserven verfügen, auch in der Lage sind, sie zu nutzen“, erklärte der Minister und verwies dabei auf die vorhandenen Reserven in Ländern wie Zypern, Griechenland und anderen Regionen am Schwarzen Meer sowie in Nordeuropa. Dieses Ziel, so versicherte er, sei mit dem gemeinschaftlichen Ziel vereinbar, den Verbrauch fossiler Brennstoffe schrittweise zu reduzieren.
„Wir müssen sicherstellen, dass die Energiekrise und die Risiken für den Verkehr weder unsere Wettbewerbsfähigkeit noch unsere wirtschaftliche Stabilität untergraben“, fügte der Minister in einer vom audiovisuellen Kanal der Europäischen Kommission übertragenen Erklärung hinzu.
Die europäischen Minister, darunter die spanische Ministerin für den ökologischen Wandel, Sara Aagesen, treffen sich in der zyprischen Hauptstadt, um zu erörtern, wie die Energieabhängigkeit der EU vor dem Hintergrund der Spannungen im Nahen Osten und der steigenden Gas- und Ölpreise verringert werden kann.
Damianos betonte, dass die aktuelle Krise die Notwendigkeit einer Stärkung der europäischen Energiesicherheit verdeutliche, und erinnerte an die Schwierigkeiten nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 sowie an die derzeitige Instabilität nach dem Militärschlag der USA und Israels gegen den Iran.
Der Minister räumte ein, dass die Erschließung europäischer Gasvorkommen teilweise von technologischen und unternehmerischen Kapazitäten der USA abhängt, hielt es jedoch für vorrangig, den Zugang zu eigenen Ressourcen zu gewährleisten. Zur Möglichkeit, Sondersteuern für Energieunternehmen zu erheben, wies Damianos darauf hin, dass Gespräche zwischen den Mitgliedstaaten stattfinden, betonte jedoch, dass die Reaktion auf die Krise „gemeinsam“ auf europäischer Ebene und nicht durch isolierte Entscheidungen erfolgen müsse.
Quelle: Agenturen





