Die Diskussion um die Statue des „Cristo Rey“ in Felanitx auf Mallorca hat in den letzten Tagen für intensive Debatten gesorgt. Auslöser war eine Petition der Organisation „Memòria de Mallorca“, die die Entfernung des Monuments forderte. Dies veranlasste die balearische Regionalregierung zu der klaren Ankündigung, die Statue „mit allen gesetzlich zulässigen Mitteln“ schützen zu wollen.
Die Ministerin für Präsidialangelegenheiten, Antònia Estarellas, unterstrich im Parlament, dass das Denkmal bereits 1934 und damit noch vor dem spanischen Bürgerkrieg errichtet wurde. Sie betonte, dass es historisch nie für Auseinandersetzungen gesorgt habe und auch nicht als franquistisches Symbol gelte – entsprechend wurde es auch nicht in den offiziellen Katalog von 2019 aufgenommen. Besonders überraschend erscheine ihr, dass diese Kontroverse gerade jetzt entstehe. Hauptkritikpunkt ist offenbar die Geste des erhobenen Arms; jedoch handelt es sich nach Aussage des Bistums eindeutig um eine segenspendende Pose.
Politiker aus dem konservativen Lager, darunter Vertreter der Partido Popular und Vox, sehen in der Petition eine unangemessene Politisierung. Sie erinnern daran, dass die Errichtung der Statue damals auf eine gemeinschaftliche Spendenaktion der Bürgerinnen und Bürger zurückging – als Symbol des gesellschaftlichen Zusammenhalts und des religiösen Glaubens. Demgegenüber sehen die Kritiker einen Bezug zur franquistischen Vergangenheit und fordern eine Neubewertung des Denkmals im Kontext des Gesetzes zur Demokratischen Erinnerung.
Letztlich offenbart sich am Fall des „Cristo Rey“ ein typischer Konflikt zwischen historischem Erbe, gesellschaftlichen Werten und dem politischen Umgang mit Vergangenheit und Erinnerung. Die kommenden Entscheidungen werden zeigen, wie Mallorca mit diesem Erbe umgeht – und ob eine jahrzehntealte Statue weiter das Stadtbild von Felanitx prägen darf.
Quelle: Agenturen



