Die Frage, wo man in Spanien am günstigsten einkauft, ist für Verbraucher angesichts steigender Lebenshaltungskosten wichtiger denn je. Die spanische Verbraucherorganisation OCU hat in ihrer jüngsten Untersuchung überraschende Ergebnisse präsentiert: Weder die landesweit bekannten Ketten Mercadona noch Lidl sind die günstigsten Supermärkte im Land.
Die Analyse der OCU basierte auf über 106.000 Preisvergleichen von 241 Produkten in 183 Städten Spaniens. Dabei zeigte sich, dass regionale und lokale Supermarktketten deutlich preiswerter sind als die großen landesweiten Anbieter.
An erster Stelle steht die andalusische Kette Supermercados Dani, die mit einem Referenzindex von 100 als günstigster Anbieter gilt – allerdings ist sie nur in wenigen Provinzen wie Granada, Málaga, Jaén und Almería vertreten. Auf Platz zwei folgt Alcampo, die preisgünstigste Kette mit landesweiter Abdeckung, gefolgt von Family Cash, Tifer und Deza, die ebenfalls sehr konkurrenzfähige Preise anbieten.
Mercadona und Lidl liegen etwa neun Prozent über den günstigsten Ketten, was auf das Jahr gerechnet eine erhebliche Mehrbelastung für Haushalte bedeutet. Besonders auffällig sind zudem die starken Preissteigerungen bei Frischprodukten: Obst und Gemüse wurden im Schnitt 6,7 Prozent teurer, während Kaffee um 54 Prozent und Bananen von den Kanarischen Inseln um 36 Prozent im Preis stiegen.
Family Cash, eine valencianische Supermarktkette, erweist sich als preisliche Überraschung. Seit ihrer Gründung 2013 expandierte sie in mehrere Regionen und überzeugt mit niedrigen Preisen ohne Abstriche bei Sortiment und Größe. Die Kette ist an zahlreichen Standorten sogar günstiger als Aldi oder Mercadona.
Regionale Unterschiede bei den Preisen sind deutlich spürbar: Städte wie Jerez de la Frontera, Almería, Ciudad Real und Vigo profitieren von intensiverem Wettbewerb und günstigen lokalen Discountern. Im Gegensatz dazu sind Einkaufswagen in Städten wie Las Palmas de Gran Canaria, Palma de Mallorca und Barcelona deutlich teurer.
In Zeiten steigender Preise lohnt es sich also, genau hinzuschauen, wo der Einkaufskorb am besten gefüllt wird. Wer die Supermarktpsychologie versteht und sich für günstigere Anbieter wie Dani, Alcampo oder Family Cash entscheidet, kann jährlich hunderte Euro sparen.
Quelle: Agenturen





