In Spanien hat sich der Rückgang des Tabakkonsums, der über Jahre hinweg zu verzeichnen war, im vergangenen Jahr deutlich verlangsamt. Trotz des niedrigsten Niveaus herkömmlichen Rauchens seit drei Jahrzehnten raucht immer noch mehr als ein Drittel der Bevölkerung – ein Umstand, der durch den starken Anstieg des Konsums von E-Zigaretten zusätzlich erschwert wird.
Nach den neuesten landesweiten Daten haben 37 Prozent der Spanier zwischen 15 und 64 Jahren im letzten Jahr mindestens eine Zigarette geraucht, 26 Prozent tun dies sogar täglich.
Während Männer mit über 40 Prozent häufiger rauchen als Frauen, variiert der Konsum regional, etwa in der Comunidad Valenciana, wo der tägliche Tabakkonsum über dem nationalen Durchschnitt liegt. Besonders junge Menschen probieren zunehmend E-Zigaretten aus – von 12 Prozent im Jahr 2022 stieg der Anteil auf 19 Prozent. Die bunte Optik und vielfältigen Aromen dieser Geräte locken besonders die Jugend an, was Experten Sorgen bereitet, da die Erfolge bei der Reduzierung des klassischen Rauchens dadurch gefährdet sind.
Der Grund für das Stocken des Rückgangs liegt vor allem im Aufkommen neuer Nikotinprodukte wie E-Zigaretten und erhitztem Tabak, die den Zugang zu Nikotin erleichtern und vielfach nicht als Rauchen wahrgenommen werden. Tabak bleibt nach Alkohol die am häufigsten konsumierte Suchtmittelquelle und verursacht jährlich über 50.000 Todesfälle in Spanien.
Als Reaktion darauf arbeitet die spanische Regierung an strengeren Regelungen: Ein geplantes Anti-Tabak-Gesetz sieht unter anderem Rauchverbote auf Terrassen, Spielplätzen und vor öffentlichen Gebäuden vor, will Einweg-E-Zigaretten verbieten und diese den normalen Zigaretten rechtlich gleichstellen. Auch eine Erhöhung der Tabakpreise wird diskutiert, da Spanien zu den Ländern mit den günstigsten Tabakpreisen gehört. Wann und wie diese Maßnahmen umgesetzt werden, ist jedoch noch unklar und hängt von politischen Prozessen ab.
Die Entwicklung zeigt, dass der Kampf gegen das Rauchen eine komplexe Herausforderung bleibt, die kontinuierliche Aufmerksamkeit und Anpassungen braucht, um insbesondere junge Menschen vor den Gefahren des Nikotinkonsums zu schützen.
Quelle: Agenturen





