Eine massive Hitzewelle hat Spanien fest im Griff und lässt die Temperaturen bereits im Mai auf sommerliche Ausmaße ansteigen, mit einem Höhepunkt zwischen dem 26. und 28. Mai.
Obwohl der Sommer offiziell noch nicht begonnen hat, vermittelt das Wetter in großen Teilen Spaniens bereits das Gefühl, mitten in der heißesten Jahreszeit zu stecken.
Vergangenen Wochenende erreichten die Thermometer in Oviedo bereits 35,5 Grad Celsius, während in Städten wie Palencia, Valladolid und Zamora historische Temperaturrekorde für den Monat Mai gebrochen wurden. Im Süden Spaniens registrierten Córdoba und Jaén sogar fast 38 Grad. Die Hitze ist spürbar intensiv und anhaltend – und der Höhepunkt steht noch aus.
Doch was steckt hinter dieser außergewöhnlichen Wetterlage? Laut dem Wetterportal Meteored liegt die Ursache in einem gewaltigen Hochdruckgebiet, das sich von Nordwestafrika über das spanische Festland erstreckt. Dieser Hochdruckrücken fungiert wie eine thermische Barriere: Er fängt die absinkende warme Luft ein und schiebt gleichzeitig heißes subtropisches Klima in Richtung Mitteleuropa. Meteorologen nennen dieses Phänomen eine „Hitzekuppel“ oder einen „Hitzedom“.
Aber wie entsteht eigentlich eine Hitzekuppel? Sie bildet sich, wenn ein anhaltendes Hochdruckgebiet über einer Region liegt und die Luft darunter wie eine Haube einschließt. Normalerweise würde warme Luft aufsteigen und sich abkühlen, doch hoher Druck drückt diese nach unten. Dabei verdichtet sich die absinkende Luftmasse und wird zusätzlich weiter erwärmt – ein Effekt, der für die hohe Temperaturintensität verantwortlich ist. Laut der Website Eltiempo ist die eingeschlossene warme Luft buchstäblich ohne Ausweg gefangen.
Darüber hinaus kommt es zu einem verstärkenden Prozess: Die heiße Luft trocknet den Boden weiter aus, wodurch weniger Feuchtigkeit für Verdunstungskühlung verbleibt. Dies führt wiederum zu noch höheren Temperaturen.
Die Hitzewelle scheint ihren Höhepunkt jedoch erst vor sich zu haben. Experten von Meteored gehen davon aus, dass zwischen dem 26. und dem 28. Mai, die höchsten Temperaturen gemessen werden könnten. Die Wettermodelle prognostizieren für diesen Zeitraum besonders starke Hochdruckwerte über der Iberischen Halbinsel – mit historischen Rekordwerten beim Geopotential.
Im Guadiana-Tal, im Guadalquivir-Tal sowie in Teilen der Extremadura könnten die Temperaturen bis auf 36 bis 40 Grad steigen. Städte wie Zaragoza werden voraussichtlich knapp 37 Grad erreichen, während im zentralen Hochland (Meseta) und den nördlichen Provinzen Höchstwerte zwischen 32 und 35 Grad erwartet werden – Temperaturen, die normalerweise erst Ende Juni oder im Juli auftreten würden.
Auch nachts ist kaum mit Linderung zu rechnen. Vor allem in der Mitte, im Süden sowie entlang der Mittelmeerküste bleiben die Minimumwerte ungewöhnlich hoch. In einigen Regionen dürfte es sogar zu “tropischen Nächten” kommen – Nächte, in denen das Thermometer nicht unter 20 Grad fällt – obwohl der Sommer offiziell noch nicht begonnen hat. Küstengebiete sind hiervon besonders betroffen, da das Mittelmeer Wärme speichert und damit die kühlenden Meeresbrisen abschwächt.
Die Auswirkungen einer solchen Hitzewelle sind vielseitig und ernst. Sie erhöht nicht nur das Risiko von Waldbränden erheblich, sondern setzt auch Trinkwasservorräte und landwirtschaftliche Betriebe unter enormen Druck. In Spanien sind rund 5,5 Millionen Menschen beruflich im Freien oder unter offenen Strukturen tätig – auch sie sind von der Hitze besonders betroffen. Ältere Menschen, Kinder sowie Personen mit chronischen Erkrankungen oder Herzproblemen gehören zudem zu den gefährdetsten Gruppen.
Dass Spanien bereits im Mai unter solchen extremen Bedingungen leidet, ist kein Zufall: Frühzeitige Hitzewellen haben sich in den vergangenen Jahren gehäuft. So wurden allein im Jahr 2025 in 34 spanischen Provinzen Temperaturrekorde verzeichnet – ein Trend, der sich weiter zu verstärken scheint. Erst gestern berichtete das Magazin SpanjeVandaag über einen jungen Wetterexperten, der für den Sommer 2026 eine außergewöhnliche Hitzeperiode vorhersagt – mit der ersten großen Hitzewelle schon Anfang Juli. Die aktuelle Hitzewelle könnte somit als Vorgeschmack auf kommende Spitzenwerte angesehen werden.
Quelle: Agenturen




