Hotels nutzen KI, um Zimmer luxuriöser erscheinen zu lassen

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Eine aktuelle Analyse zeigt, dass fast jedes fünfte Hotelfoto auf Buchungsplattformen Merkmale aufweist, die auf eine Bearbeitung mit künstlicher Intelligenz (KI) hinweisen. Diese Praxis kann Reisende täuschen, indem Zimmer und Einrichtungen auf den Bildern oft luxuriöser und ansprechender dargestellt werden als in Wirklichkeit.

Die Untersuchung wurde im Mai 2026 von der Berliner ABCD Agency gemeinsam mit dem KI-Forensik-Anbieter ContentGuard.me durchgeführt. Dabei wurden 25.550 Bilder von 700 zufällig ausgewählten Hotels an sieben beliebten Reisezielen analysiert. Rund 19 Prozent der Fotos wiesen technische und visuelle Hinweise auf KI-Manipulation auf, etwa unregelmäßige Pixelmuster oder auffällige Details, die mit herkömmlicher Bildbearbeitung nicht erklärbar sind.

Interessanterweise führen deutsche Großstädte diese Entwicklung an: In Hamburg sind 36 Prozent der Bilder mutmaßlich KI-optimiert, in Berlin 27 Prozent. Die Vermutung liegt nahe, dass Hotels in Städten KI einsetzen, um Sehenswürdigkeiten wie den Hamburger Michel oder den Berliner Fernsehturm im Hintergrund attraktiver zu präsentieren. Unter den klassischen Urlaubszielen hat Kreta mit 23 Prozent den höchsten Anteil an KI-bearbeiteten Bildern, während Mallorca mit nur neun Prozent am wenigsten betroffen ist.

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Der Einsatz von KI ermöglicht es, Hotelzimmer auf den Bildern größer und luxuriöser wirken zu lassen, Strände näher erscheinen zu lassen oder Schwimmbäder imposanter darzustellen. Dies führt jedoch oft zu Enttäuschungen bei Reisenden, die vor Ort nicht die glänzende Online-Darstellung vorfinden. Robin Wilfert, CEO der ABCD Agency, betont, dass mit der Buchung einer Reise ein Versprechen verbunden ist, das durch solche Bildmanipulationen gefährdet wird.

Jens Kramosch, Deepfake-Experte und Gründer von ContentGuard.me, weist darauf hin, dass KI-Bildbearbeitung das klassische Foto-Editing auf eine neue Stufe hebt. Er fordert mehr Aufmerksamkeit von Reisenden und eine klare Kennzeichnung bearbeiteter Bilder durch Buchungsplattformen.

Ab dem 2. August 2026 tritt in der Europäischen Union ein neues KI-Gesetz in Kraft, das Transparenzpflichten vorsieht. Demnach müssen KI-generierte oder stark KI-bearbeitete Bilder auf Buchungsplattformen deutlich gekennzeichnet werden. Diese Vorschrift gilt für alle Hotels, auch kleinere Unterkünfte, während herkömmliche Bildbearbeitung ohne KI von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen bleibt.

Quelle: Agenturen