Die Debatte um den Einsatz von Pferdekutschen bei hohen Temperaturen in Palma auf Mallorca spitzt sich zu. Progreso en Verde, eine Tierschutzpartei, kritisiert scharf die Entscheidung der Stadtverwaltung und des Obersten Gerichtshofs der Balearen (TSJIB), eine Vorschrift aufzuheben, die den Betrieb von Pferdekutschen bei Hitzewarnungen untersagte. Diese Aufhebung wird als willkürlich und als Verstoß gegen den Tierschutz bewertet.
Guillermo Amengual, Vorsitzender von Progreso en Verde, kündigt rechtliche Schritte an, um den Schutz der Pferde zu gewährleisten. Er weist darauf hin, dass trotz der Hitze viele Kutscher weiterhin im Einsatz sind und die Behörden kaum kontrollieren oder Sanktionen verhängen. Die Situation werde durch mangelnde Transparenz und eine wiederholte Begünstigung der Kutscher verschärft. Probleme wie schlechte Stallbedingungen, Überladung der Kutschen und illegale Parkpraktiken bleiben offenbar ungeahndet.
Die Kutscher selbst verteidigen ihre Praxis und argumentieren, dass bei großer Hitze ohnehin kaum jemand die Kutschen nutze und dass ein neues Gesetz zum Schutz der Pferde nicht notwendig sei. Sie behaupten zudem, das ursprüngliche Verbot sei unnötig gewesen, da sie selbst bei Hitze nicht arbeiteten. Amengual widerspricht dem vehement und wirft den Kutschern Widersprüche vor.
Die Kritik richtet sich auch gegen die Stadtverwaltung von Palma, die trotz zahlreicher Beschwerden und Warnungen keine wirksame Kontrolle durchführt. Progreso en Verde ruft die Bürger dazu auf, sich gegen die aktuelle Praxis zu stellen, da sie das Wohl der Pferde gefährde und zu gesundheitlichen Zusammenbrüchen führen könne.
Diese Auseinandersetzung zeigt die Spannungen zwischen Tierschutzinteressen und traditionellen Transportgewohnheiten in Palma. Die Frage bleibt offen, wie künftig ein verantwortungsvoller Umgang mit Tieren in der Stadt gewährleistet werden kann, besonders angesichts der zunehmenden Herausforderungen durch den Klimawandel.
Quelle: Agenturen




