La Gomera

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La Gomera (The Whistler) ist ein waschechtes Noir-Derivat, das nicht nur über eine überaus verführerische Femme fatale, korrupte und verliebte Polizisten sowie charmante Gangster verfügt, sondern auch jede Menge Referenzen an Filme wie Psycho und Die Spur des Falken bereithält.

Neu ist dabei vor allem der Einbau der Pfeifsprache, die für einige komische Momente sorgt, wenn Cristi etwa am Anfang seine liebe Mühe mit dem richtigen Ansatz der Finger im Mund und mit der benötigten Atemtechnik hat.

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Inhalt

Um Informationen für die Freilassung des rumänischen Geschäftsmannes Zsolt zu sammeln, der in Bukarest festgenommen wurde und dort im Gefängnis sitzt, begibt sich der korrupte Polizist Cristi (Vlad Ivanov), der mit allen Wassern gewaschen ist, auf die Kanaren, um die Sprache der Einheimischen zu erlernen – den so genannten Dialekt Slibo.

Nur so sieht er eine Möglichkeit, etwas zu erreichen und seinen Vorgesetzten zu entkommen, die in ihm einen Verräter vermuten und ihn überwachen lassen. Dummweise ist Slibo gar nicht so einfach, denn die Sprache erfordert erstaunlich viel zischen, Vogelpfeifen und spucken. Sie wird als geheime Verständigungsform der Gangster benutzt, deren Hauptquartier auf La Gomera ist, da die Polizisten sie so nicht verstehen können.

Verkompliziert wird das ganze dadurch, dass sich Cristi nach einer heißen Nacht in Gilda (Catrinel Marlon) verliebt hat, die wunderschöne Geliebte des obersten Drogenbosses, dessen Geld Zsolt wäscht. Ärger ist also vorprogrammiert.

Fazit

La Gomera ist ein erstaunlich leichter Film – trotz seinen wilden Zeitsprüngen und der nicht-chronologischen Erzählweise. Dank seiner zahlreichen Referenzen auf Filmhistorisches und die deutlichen Vorbilder, derer sich Porumboiu angenommen hat, macht das Werk einfach Spaß. Es fordert den Zuschauer heraus, am Ball zu bleiben und all die kleinen Andeutungen und großen Verneigungen zu enträtseln.