Mallorca untersucht Kreuzfahrtpassagiere mit Mobilfunkdaten

Lesedauer des Artikels: ca. 2 Minuten -

Die Strände und Altstädte Mallorcas sind Magneten für Millionen Touristinnen und Touristen – doch wie groß ist der Anteil derjenigen, die mit Kreuzfahrtschiffen anreisen? Um diese zentrale Frage zu beantworten, greift die balearische Regionalregierung auf eine innovative Methode zurück: Die Analyse von Mobilfunkdaten.

Konkret sammelt und untersucht die Agentur für Tourismusstrategie der Balearen (AETIB) anonymisierte Bewegungsdaten, die von Mobiltelefonen beim Wechsel zwischen Sendemasten entstehen. Ziel ist es, die Wege und Aufenthaltsorte von Kreuzfahrtpassagieren zu rekonstruieren, ihre Verteilung auf der Insel exakt zu beziffern und sie von anderen Touristengruppen zu unterscheiden.

Lesetipp:  Der "Rote Blitz" auf Mallorca startet in die Saison 2024
--|- Bitte beachten Sie unsere Anzeigenpartner! -|-- Schluss mit News-Frust - Gute Laune auf Klick

So werden im Rahmen einer Studie die Monate Februar, Juli und Oktober 2025 analysiert – jeweils mit ganz eigenen touristischen Prägungen. Die Auswertung reicht bis auf die Ebene von Zählbezirken in Palma, während für den Rest der Insel Gemeindegrenzen genutzt werden. Erfasst wird dabei nicht nur, wo sich Passagiere aufhalten, sondern auch, ob sie zurück zum Schiff kehren oder gar auf Mallorca übernachten. Entscheidend für die Qualität der Ergebnisse sind strikte Regeln: doppelte Zählungen werden ausgeschlossen, Verzerrungen durch Netzabdeckung oder Endgerät korrigiert, und sämtliche Daten bleiben anonym und aggregiert.

Mit dem Einsatz moderner Bewegungsanalytik geht die Regionalregierung neue Wege im Tourismusmanagement. Sie kann so fundiert beurteilen, welchen Einfluss Kreuzfahrtgäste tatsächlich auf überlaufene Orte haben, und gezielt Maßnahmen für eine ausgewogene Tourismusentwicklung ergreifen. Die Erkenntnisse könnten zum Vorbild für viele andere Destinationen werden, in denen der touristische Druck wächst.

Quelle: Agenturen