Das Parlament der Balearen hat am Dienstag (09.06.2026) beschlossen, den von der Partei Vox eingebrachten Gesetzesentwurf zur Einführung eines Verbots des Tragens von Burka und Niqab im öffentlichen Raum zur Beratung anzunehmen. Mit Unterstützung der Partido Popular (PP) soll die Initiative nun das parlamentarische Verfahren durchlaufen, obwohl die autonome Region eigentlich nicht die Zuständigkeit besitzt, in dieser Angelegenheit Gesetze zu erlassen.
Der Gesetzentwurf entspricht dem bereits im spanischen Kongress vorgelegten Text, der dort bislang erfolglos blieb und derzeit im Senat behandelt wird.
Das geplante Verbot bezieht sich ausschließlich auf den Ganzkörperschleier – Burka und Niqab – und schließt den Hidschab aus.
Neben dem Verbot sieht der Entwurf Änderungen im Strafgesetzbuch vor: Personen, die Frauen durch Gewalt, Einschüchterung oder Nötigung zwingen, diese Kleidungsstücke zu tragen, sollen mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden. In besonders schutzbedürftigen Fällen oder bei Minderjährigen kann die Strafe auf bis zu vier Jahre steigen.
Darüber hinaus soll das Gesetz über die öffentliche Sicherheit geändert werden, um das Tragen von Burka und Niqab als Ordnungswidrigkeit zu klassifizieren. Auch das Ausländergesetz wird angepasst, um Personen, die gegen das Verbot verstoßen, ausweisen zu können.
Manuela Cañadas, Abgeordnete von Vox, verteidigte den Vorschlag vehement und bezeichnete das Tragen der Burka als Symbol eines „mittelalterlichen Rückschritts“ und als Instrument zur Auslöschung der Persönlichkeit der Frau. Sie kritisierte insbesondere linke Parteien, die das Gesetz ablehnen, als „falsche Feministinnen“. Die politische Linke bezeichnete das Vorhaben ihrerseits als „rassistisch“ und stellte die Beweggründe von Vox infrage, die Initiative angeblich aus echter Sorge um Frauenrechte voranzutreiben.
Nachdem das Parlament der Balearen dem Gesetzesentwurf zugestimmt hat, wird dieser an den spanischen Kongress weitergeleitet. Dort wird über die endgültige Verabschiedung entschieden, wobei in der Vergangenheit bereits Widerstand insbesondere von regionalen Parteien wie Junts per Catalunya zu verzeichnen war.
Quelle: Agenturen



