Das Mittelmeerinstitut für fortgeschrittene Studien (Imedea) hat in Zusammenarbeit mit dem Niederländischen Institut für Ökologie in einer Studie nachgewiesen, dass die genetische Vielfalt des Raor (Papageienfisch), der in den Meeresschutzgebieten der Balearen lebt, größer ist als die der Exemplare, die der Fischerei ausgesetzt sind.
Wie das Imedea in einer Pressemitteilung mitteilte, deuten die Ergebnisse der Studie darauf hin, dass die genetische Vielfalt dieser Art auf den Balearen die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sie Merkmale entwickelt, die es ihr ermöglichen, Veränderungen in ihrer Umgebung – wie Umweltveränderungen, Krankheiten oder andere Bedrohungen – zu überstehen. Diese Erkenntnis legt nahe, dass Meeresschutzgebiete als Reserven genetischer Vielfalt fungieren und dazu beitragen können, das Anpassungspotenzial der Art zu erhalten.
Die Studie untersuchte zudem die Epigenetik, also die Gesamtheit der molekularen Mechanismen, die die Aktivierung und Deaktivierung von Genen in Abhängigkeit von Umweltfaktoren regulieren. Den erhobenen Daten zufolge weisen Raor aus Totalreservaten und aus Fischereigebieten unterschiedliche epigenetische Muster auf. Diese Unterschiede deuten darauf hin, dass sie auf unterschiedliche ökologische Umgebungen reagieren, und eröffnen neue Möglichkeiten, besser zu verstehen, wie menschliche Aktivitäten wie die Fischerei Populationen über die traditionelle Genetik hinaus beeinflussen können.
Für die Studie sammelten die Forscher Fischproben aus drei Gebieten auf Mallorca und Menorca und verglichen die von Fischern gefangenen Exemplare mit anderen aus Meeresschutzgebieten in der Nähe der Fischereigebiete. Anschließend wurde aus den Proben in den Labors des Imedea DNA extrahiert, die später am Niederländischen Institut für Ökologie mittels DNA-Sequenzierungstechniken und epigenetischer Analysen der Methylierungsmuster untersucht wurde.
Laut der für die Studie verantwortlichen Forscherin, Margarida Barceló, zeigen die Ergebnisse, dass „Meeresschutzgebiete eine entscheidende Rolle beim Erhalt der biologischen Vielfalt des Raors spielen können“. Darüber hinaus fügte sie hinzu, dass der nächste Schritt darin bestehen werde, die Rolle der Meeresströmungen bei der Ausbreitung von Eiern und Larven genauer zu untersuchen – ein Schlüsselprozess, um zu verstehen, wie die Raor-Populationen der Balearen miteinander verbunden sind.
Josep Alós, der leitende Forscher des Projekts, betonte seinerseits, dass „ein besseres Verständnis dieser Prozesse dazu beitragen wird, nützliche wissenschaftliche Instrumente für die nachhaltige Bewirtschaftung der Freizeitfischerei auf Raor bereitzustellen und die Rolle der Meeresschutzgebiete beim Erhalt der Art zu optimieren“.
Quelle: Agenturen





