Am 26. Juni kam es auf Mallorca zu Polizeieinsätzen im Rahmen einer Demonstration, deren Vorgehen nun zu kontroversen politischen Forderungen geführt hat. Der Consell de Mallorca hat sich mit überwältigender Mehrheit dazu entschlossen, den Rücktritt des Regierungsbeauftragten auf den Balearen, Alfonso Rodríguez, zu fordern. Ebenso soll Innenminister Fernando Grande-Marlaska als oberster Verantwortlicher für die staatlichen Sicherheitskräfte zur politischen Verantwortung gezogen werden.
Dieser Beschluss wurde von allen Fraktionen außer der PSOE mitgetragen. Die Initiative, die ursprünglich von der Partei Més ausgegangen war, wurde im Verlauf der Verhandlungen mit der PP abgeschwächt, um einen breiteren Konsens zu erreichen. Der ursprüngliche Vorwurf, die Polizeieinsätze als Repression gegen eine friedliche Demonstration zu bezeichnen, wurde somit in eine sachlichere Forderung nach Rücktritt oder politischer Verantwortung umformuliert.
Minister Biel Payeras verteidigte die Resolution engagiert und hebt hervor, dass diese Demonstrationen, die nunmehr seit drei Jahren wiederholt stattfinden, eine der bedeutendsten sozialen Bewegungen auf Mallorca darstellen. Er warnte davor, die Botschaft der Bürger, die in Würde auf der Insel leben wollen, zu ignorieren oder gar zu unterdrücken. Zudem fordert der Text eine umfassende Untersuchung der Vorfälle und verurteilt ausdrücklich Übergriffe gegen Personen wie den Fotografen Xavi Hurtado, der Opfer polizeilicher Gewalt wurde.
Die Debatte offenbart auch die komplexen politischen Spannungen auf den Balearen. Während sich die PP trotz Kritik am Tourismusmodell der regionalen Regierung an der Forderung beteiligte, um der PSOE politischen Schaden zuzufügen, kritisierte die Partei Vox Rodríguez dafür, dass er den Polizeieinsatz nicht öffentlich unterstützt habe. Die PSOE stand damit weitgehend isoliert.
Diese Entwicklungen unterstreichen nicht nur die Dringlichkeit, die Ereignisse vom 26. Juni aufzuklären, sondern auch die tiefgehende gesellschaftliche und politische Spaltung auf Mallorca. Es bleibt abzuwarten, wie die involvierten Verantwortlichen auf diese Forderungen reagieren und welche Konsequenzen sich daraus für die Zukunft des Umgangs mit friedlichen Protesten ergeben.
Quelle: Agenturen



