Der britische Premierminister Keir Starmer plant, ein Verbot „schädlicher“ Online-Plattformen für unter 16-Jährige anzukündigen, während der Zugang zu einigen sozialen Netzwerken, die sicherer sind, weiterhin möglich sein soll, wie die Zeitung The Times am Montag (08.06.2026) berichtete.
Starmer, der am Montag eine Rede halten will, soll sich nach Gesprächen mit betroffenen Eltern und unter Berücksichtigung der Daten aus Australien, wo im vergangenen Dezember ein Verbot für Minderjährige unter 16 Jahren eingeführt wurde, dazu entschlossen haben, die Beschränkungen voranzutreiben.
Auf die Frage nach dieser Meldung sagte eine Quelle aus Downing Street: „Der Premierminister scheut sich nicht, sich mit den Technologieunternehmen und ihren Führungskräften anzulegen, um junge Menschen zu schützen“. Eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle erklärte, es sei unwahrscheinlich, dass es diese Woche zu einem formellen Verbot kommen werde.
Die Regierung könnte in Kürze Einzelheiten zu Maßnahmen bekannt geben, die verhindern sollen, dass Kinder online sexualisierte Bilder produzieren, die für sexuelle Erpressung missbraucht werden könnten. Die Sorge um die Auswirkungen sozialer Netzwerke auf die psychische Gesundheit und die Online-Sicherheit veranlasste das Vereinigte Königreich Anfang dieses Jahres zu einer Konsultation über den Zugang von Kindern zu sozialen Netzwerken, bei der Ausgehverbote, Zeitlimits und Einschränkungen für süchtig machende Designmerkmale in Betracht gezogen wurden.
Auch Frankreich, Dänemark und Polen erwägen eine Verschärfung der Vorschriften für die Nutzung sozialer Netzwerke durch Minderjährige, während Griechenland im April ankündigte, den Zugang für Kinder unter 15 Jahren ab Januar 2027 zu verbieten.
Starmer wird sich voraussichtlich darauf konzentrieren, wie die Regierung sicherstellen kann, dass Technologie einen positiven Wandel bewirkt, wenn er später am Montag spricht, wie aus einer am Sonntag von seinem Büro veröffentlichten Erklärung hervorgeht. Das britische Gesetz zur Online-Sicherheit verpflichtet Social-Media-Unternehmen bereits dazu, Maßnahmen zu ergreifen, um Kinder vor illegalen und schädlichen Inhalten im Internet zu schützen.
Experten sind sich uneinig über die Wirksamkeit eines vollständigen Verbots, während eine Gruppe junger Menschen aus London kürzlich gegenüber Reuters erklärte, dass sie gegen die Einschränkungen seien.
Quelle: Agenturen




