Die Spanische Gesellschaft für Epidemiologie (SEE) hat am Donnerstag (20.08.2026) vor sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Migrantinnen in Ceuta gewarnt, da diese „nicht als Einzelfall oder Nebenwirkung der Krise betrachtet werden kann, sondern als struktureller Gesundheitsfaktor“.
Laut einer Mitteilung der SEE hat die am 30. Juli in Ceuta begonnene Grenzkrise erneut die Schwierigkeiten deutlich gemacht, Fälle sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt bei Migrantinnen und Mädchen zu erkennen und zu behandeln.
Obwohl in den ersten Wochen der Krise Fälle dokumentiert wurden, von denen vor allem Mädchen und Jugendliche betroffen waren, macht die wissenschaftliche Gesellschaft auf „die geringe Sichtbarkeit von Gewalt gegen erwachsene Migrantinnen“ aufmerksam.
In diesem Zusammenhang hat die SEE betont, dass es nicht möglich ist, mit derselben Klarheit zu erkennen, was mit den erwachsenen Frauen geschieht, obwohl das Gleichstellungsministerium vor dem extremen Risiko von Übergriffen und Menschenhandel gewarnt hat, dem sie ausgesetzt sind.
Zudem beschreiben wissenschaftliche Erkenntnisse eine anhaltende Gewalt, die Frauen während des gesamten Migrationsprozesses (Herkunfts-, Transit- und Zielland) begleiten kann, wobei sie laut SEE verschiedenen Tätern und Kontexten ausgesetzt sind, wie etwa Arbeits- und sexueller Ausbeutung oder Gewalt in der Partnerschaft.
Es handelt sich um eine spezifische Gefährdung, die sich aus dem Zusammenspiel von Geschlecht und Migrationsstatus ergibt, heißt es in der Mitteilung.
Hinzu kommen das Fehlen von Ausweispapieren, die Angst vor einer möglichen Abschiebung sowie die administrative oder wirtschaftliche Abhängigkeit von Dritten – Faktoren, die die Möglichkeit einschränken können, Hilfe zu suchen oder Anzeige zu erstatten.
Die SEE hat darauf hingewiesen, dass in Situationen wie der in Ceuta der Mangel an Unterbringungsplätzen einen weiteren Faktor der Gefährdung darstellt, weshalb sie unter anderem die Bedeutung der Gewährleistung sicherer Umgebungen für Frauen und Mädchen sowie die Verfügbarkeit von sensibilisiertem Gesundheits- und Sicherheitspersonal betont hat.
Zudem hat sie auf das Fehlen öffentlicher, nach Geschlecht und Alter aufgeschlüsselter Daten zu Themen wie Morbidität, gynäkologischer Versorgung oder psychischer Gesundheit hingewiesen, da diese Informationen dazu dienen würden, ihre spezifischen Bedürfnisse zu ermitteln.
Die wissenschaftliche Einrichtung hat außerdem gefordert, die Geschlechter- und Migrationsperspektive in die Berichterstattung einzubeziehen, aufgeschlüsselte Daten bereitzustellen, sofern diese verfügbar sind, und die Erfahrungen und Bedürfnisse der betroffenen Frauen sichtbar zu machen.
Quelle: Agenturen




