Die israelische Staatsanwaltschaft zeigte sich bereit, einen Dialog mit dem Ministerpräsidenten, Benjamin Netanjahu, aufzunehmen, um eine mögliche Einigung in dem Prozess wegen Korruption, dem er sich stellen muss, zu erörtern.
Dies geschah als Reaktion auf die Initiative des Präsidentenamtes, mögliche Lösungen zu prüfen, bevor über den Antrag des Ministerpräsidenten auf Begnadigung entschieden wird.
In einem Schreiben an Präsident Isaac Herzog wiesen der Rechtsberater der Regierung und die Generalstaatsanwältin Gali Baharav-Miara darauf hin, dass die Anklage „das Recht hat, einen Dialog mit dem Angeklagten zu führen, um eine angemessene Einigung zu erzielen“, sofern keine Vorbedingungen gestellt werden und der Ablauf des Gerichtsverfahrens nicht beeinträchtigt wird.
Das Schreiben, das als Antwort auf die Einladung der Präsidentschaft vom 28. April zur Aufnahme von Kontakten zwischen den Parteien versandt wurde, geht nicht näher auf den Inhalt, das Format oder den Ort möglicher Gespräche ein und beschränkt sich darauf, die allgemeine Bereitschaft zum Verhandeln im Rahmen der „üblichen Kanäle“ zum Ausdruck zu bringen.
Die Initiative von Herzog zielt darauf ab, vorläufige Einigungen zu erzielen, bevor über den Antrag auf Begnadigung entschieden wird, den Netanjahu im November 2025 im Rahmen der drei gegen ihn anhängigen Korruptionsverfahren gestellt hat, die Anklagen wegen Betrugs, Untreue und Bestechung umfassen.
Das Verfahren hat die israelische Politik polarisiert: Die Opposition lehnt eine mögliche Begnadigung ohne Schuldeingeständnis ab, während Teile der Regierung aus Gründen der institutionellen Stabilität dafür sind, das Verfahren zu beenden. Parallel dazu absagte Netanjahu am Montag seinen geplanten Gerichtstermin.
Laut dem israelischen Sender Kanal 12 war die Entscheidung auf seinen Sicherheitsterminplan und eine Kabinettssitzung am Vortag zurückzuführen, die sich bis in die frühen Morgenstunden hinzog.
Die Aussetzungen der Zeugenaussage des Regierungschefs, die dreimal pro Woche angesetzt sind, sind bereits fast zur Regel geworden, wobei er gelegentlich Sicherheitsgründe oder sogar leichte gesundheitliche Probleme geltend macht.
Gegen Netanjahu laufen drei Gerichtsverfahren: die Fälle „1.000“ und „2.000“ wegen Betrugs und Untreue sowie den Fall „4.000“, der als der schwerwiegendste gilt und sich auf angebliche Gefälligkeiten des Premierministers – als er noch Kommunikationsminister war – gegenüber dem Unternehmer Shaul Elovich bezieht, der das Telekommunikationsunternehmen Bezeq und die Website Walla News kontrollierte, im Austausch für eine wohlwollende Berichterstattung in den Medien.
Quelle: Agenturen




