Die Anbringung eines deutschsprachigen Werbeschilds am Flughafen von Palma auf Mallorca hat in dieser Woche für erhebliche Kontroversen gesorgt.
Im Zentrum der Kritik steht ein großformatiges Plakat, das sich mit dem Slogan „Was auf Malle passiert, wird auf Malle beglichen“ an deutsche Touristen richtet. Diese Anspielung auf den bekannten Spruch „Was in Las Vegas passiert, bleibt in Las Vegas“ soll auf humorvolle Weise eine Verbindung zum Bankensektor herstellen.
Die Verwendung des Spitznamens „Malle“ für Mallorca, der im deutschsprachigen Raum oft im Kontext von Party- und Sauftourismus verwendet wird, verstärkt die Brisanz.
Urheber der Kampagne ist die deutsche Sparkasse, die mit der Werbung die Nutzung ihrer App Wero, einer europäischen Alternative zu Bezahldiensten wie Bizum, fördern möchte. Wero ermöglicht schnelle und sichere Zahlungen, hat aber bisher noch nicht die Popularität von Bizum erreicht.
Die Reaktion der lokalen Behörden ließ nicht lange auf sich warten. Der Tourismusminister Jaume Bauzà kritisierte AENA, die Betreibergesellschaft des Flughafens, für die Genehmigung des Plakats. Er bemängelte, dass die Werbung den Exzess-Tourismus verharmlose und dem von der Regierung angestrebten Modell eines verantwortungsvollen Tourismus widerspreche.
Auch andere Regierungsvertreter äußerten ihre Besorgnis über das negative Image, das durch die Kampagne vermittelt werde. AENA verteidigte die Kampagne mit dem Argument, sie diene lediglich der Bewerbung einer Zahlungsplattform und fördere nicht den Exzess-Tourismus.
Die Sparkasse betonte, dass es zu keiner Zeit die Absicht gewesen sei, die Gefühle der Einwohner Mallorcas zu verletzen. Man nehme die Kritik jedoch ernst und werde die weitere Verwendung des Plakats prüfen.
Quelle: Agenturen


