Spanien hat am Montag (20.07.2026) ein Abkommen mit Algerien geschlossen, um die Importe von Gas aus diesem Land zu steigern; dies verdeutlicht die vollständige Wiederaufnahme des bilateralen Dialogs nach der Krise aufgrund der spanischen Haltung zur Westsahara.
Die Vereinbarung wurde laut Angaben der spanischen Regierung im Rahmen des Besuchs des Regierungschefs, Pedro Sánchez, in Algier geschlossen, bei dem er sich mit dem Präsidenten des Landes, Abdelmayid Tebún, traf.
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz betonten beide, wie wichtig es sei, eine neue Etappe in den bilateralen Beziehungen einzuleiten, die nicht nur mehr Gasimporte, sondern auch eine enge Zusammenarbeit in vielen politischen, wirtschaftlichen und handelspolitischen Bereichen vorantreiben soll. Keiner von beiden ging ausdrücklich auf die Konkretisierung der politischen Vereinbarung zur Steigerung der algerischen Gaslieferungen nach Spanien ein, doch die genannten Quellen erklärten, dies sei eines der Ergebnisse des Besuchs gewesen, dessen Einzelheiten nun von den Unternehmen der Branche konkretisiert werden müssten.
Spanische Unternehmen aus dem Energiesektor wie Repsol, Naturgy, Moeve und Enagás, deren Vertreter am Montag anlässlich des Besuchs von Sánchez ebenfalls in Algier waren.
In Erwartung dieser Konkretisierung ist die spanische Regierung zuversichtlich, dass die Gaslieferungen nach Spanien über die Medgaz-Pipeline um rund 10 % gesteigert und die mit Flüssiggastankern transportierten Mengen verdoppelt werden können. Algerien ist, wie Sánchez betonte, derzeit der wichtigste Gaslieferant Spaniens, das fast 34 % seiner Importe aus dem Maghreb-Land bezieht. Der Regierungschef sprach sich jedoch dafür aus, die Zusammenarbeit zu Beginn dieser neuen Phase, die sich nach der Krise eröffnet, nicht nur im Energiebereich auszuweiten.
Er ging nicht auf den Grund für die vorübergehende Entfremdung zwischen beiden Ländern ein – nämlich die Unterstützung des marokkanischen Vorschlags zur Westsahara –, doch gerade die Überwindung dieser Krise bildet den Ausgangspunkt für diese neue Phase der bilateralen Beziehungen. Angesichts dieser neuen Etappe räumte er auch der Stärkung des politischen Dialogs Priorität ein; in diesem Zusammenhang hoben sowohl er als auch Tebún hervor, dass Spanien und Algerien im kommenden Oktober den achten Gipfel zwischen den beiden Ländern abhalten werden – ein Treffen, dessen Ausrichtung diesmal der spanischen Regierung obliegt.
Er vertrat die Ansicht, dass solche Treffen die Zusammenarbeit in Bereichen wie der Sicherheit, der Bekämpfung der irregulären Migration oder der Kultur stärken. Sánchez sprach sich dafür aus, dass die beiden Länder eine für beide Seiten vorteilhafte Wirtschaftspartnerschaft pflegen und auch international als Brücken zwischen Europa und Afrika zusammenarbeiten. „Algerien kann auf Spanien zählen. Wir sind entschlossen, weiter zusammenzuarbeiten und gemeinsam voranzukommen“, betonte er.
Tebún seinerseits ging zwar auf das Thema ein, das die bilaterale Krise ausgelöst hatte – die Westsahara –, wies jedoch lediglich darauf hin, dass man sich sowohl in dieser Frage als auch in der Sahel-Frage einig sei, die Bemühungen der UNO um „friedliche Lösungen“ im Einklang mit dem Völkerrecht zu unterstützen. Der algerische Präsident hob das Engagement seiner Regierung gegenüber Spanien und den übrigen europäischen Partnern hervor, mit denen das Maghreb-Land eine „umfassendere“ Zusammenarbeit anstrebt, insbesondere im Bereich der erneuerbaren Energien, „unter Berücksichtigung der Ressourcen, über die Algerien verfügt“.
Obwohl der Gas- und der Erneuerbare-Energien-Sektor die Speerspitze der wirtschaftlichen Beziehungen Algeriens zu Spanien bilden, wurde die Absicht bekundet, unter anderem auch die Zusammenarbeit in den Bereichen Justiz, Wissenschaft, Technologie und Kultur zu verstärken. Zudem bekundeten sie ihre Bereitschaft, Fragen der internationalen Politik gemeinsam anzugehen, wie den Konflikt im Nahen Osten und den Konflikt zwischen Israel und Palästina, zu dem Tebúndie „Zufriedenheit“ seines Landes über die Haltung der spanischen Regierung zum Ausdruck brachte.
Der algerische Präsident rief Spanien zudem dazu auf, als Vermittler zu fungieren, um die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und Algerien zu stärken (ein noch offenes Anliegen, das Tebún seit seinem Amtsantritt verfolgt), worauf Sánchez positiv reagierte.
Quelle: Agenturen





