Ein außergewöhnlich starker El Niño formiert sich derzeit im Pazifik und sorgt weltweit für Aufmerksamkeit. Obwohl Spanien weit entfernt ist, stellen sich viele die Frage: Was bedeutet dieser „Superniño“ für das regionale Wetter?
El Niño beschreibt das wiederkehrende Erwärmungsphänomen im tropischen Pazifik. Dieses Mal überschreiten die Meerestemperaturen Rekordwerte: Im August lag die Oberflächentemperatur in der zentralen Messzone 1,8 Grad über dem Durchschnitt. Die NOAA schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass El Niño im Herbst und Winter sehr stark wird, auf über 90 Prozent. Solche Werte gab es seit 1950 nicht mehr. Die Weltorganisation für Meteorologie erwartet den Höhepunkt gegen Ende des Jahres.
Doch wie wirkt sich das auf Spanien aus? Der Einfluss ist, laut Experten, deutlich schwächer als etwa in Südamerika. Spaniens Wetter wird stärker vom Nordatlantik, dem Jetstream und lokalen Drucksystemen bestimmt. Dennoch erwartet der spanische Wetterdienst AEMET für Oktober bis Dezember mit 70 Prozent Wahrscheinlichkeit ein wärmeres Quartal. Im Norden und Westen sind auch erhöhte Niederschläge möglich, teils mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 70 Prozent – das bedeutet jedoch nicht 70 Prozent mehr Regen, sondern eine hohe Chance auf ein „nasses“ Vierteljahr.
Die Kombination aus ungewöhnlich warmem Mittelmeer und El Niño birgt zudem ein erhöhtes Risiko für heftige Unwetter, insbesondere rund um Valencia, Murcia und die Balearen. Meteorologen beobachten die Gefahr von isolierten Höhentiefdruckgebieten (DANA), die starke Regenfälle und Überschwemmungen auslösen können.
Fazit: Der Super-El Niño verändert das globale Klima spürbar, doch Spaniens Wetter bleibt von anderen Faktoren mitbestimmt. Ein nasser, milder Herbst ist wahrscheinlich, eine Garantie gibt es jedoch nicht – das Wetter bleibt ein komplexes Zusammenspiel vieler Einflüsse.
Quelle: Agenturen





