Das Klimaphänomen El Niño entwickelt sich möglicherweise zu einem sogenannten Super-El-Niño, was den Sommer 2026 in Spanien voraussichtlich heißer machen wird. Das Europäische Wetterzentrum ECMWF schätzt die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten von El Niño auf über 80 Prozent.
NOAA und das IRI der Columbia University kommen zu ähnlichen Ergebnissen. Die mediale Berichterstattung in Spanien ist teils dramatischer als nötig. Aber was bedeutet das für Einwohner und Reisende?
El Niño, die warme Phase von ENSO, entsteht durch ungewöhnlich warmes Meerwasser im tropischen Pazifik. Ein Super-El Niño liegt vor, wenn die Oberflächenwassertemperatur mindestens zwei Grad über dem Normalwert liegt und dies über drei Monate anhält.
Laut ECMWF-Modellen vom 5. Mai werden die Schwellenwerte in den Sommermonaten überschritten. Der Höhepunkt wird im Herbst und Winter erwartet, aber es gibt Bedenken, da Modelle Werte von +2,5 bis +3 Grad über der Norm für September bis November zeigen, was die Episoden von 1997 und 2015 übertreffen würde. Experten raten zur Vorsicht, da der Zusammenhang zwischen El Niño und dem Wetter in Spanien schwächer ist, als Schlagzeilen vermuten lassen. AEMET betont, dass es zu früh für sichere Aussagen über direkte Auswirkungen ist.
Unabhängig von El Niño wird der Sommer 2026 voraussichtlich wärmer als normal. ECMWF-Saisonprognosen deuten auf einen Anstieg von ein bis zwei Grad über dem Normalwert hin. Der spanische Wetteranalyst Jorge Rey prognostiziert ebenfalls einen sehr heißen Sommer 2026 mit einer frühen Hitzewelle im Juli.
Die schwerwiegendsten Folgen für Europa werden im Herbst und Winter erwartet, wenn sich die Auswirkungen der Erwärmung der Ozeane in Störungen der atmosphärischen Zirkulation zeigen. Der polare Jetstream kann starke Schwankungen aufweisen, was zu Phasen der Stabilität und Trockenheit sowie zu Schauern und extremen Niederschlagsereignissen führt. Für Spanien bedeutet dies ein erhöhtes Risiko für Waldbrände im Sommer, gefolgt von möglicherweise unbeständigen und nassen Herbstmonaten.
Nach der Waldbrandsaison 2025 hat die spanische Regierung mehr als 70 Flugzeuge, Drohnen und die UME eingesetzt und beginnt die Waldbrandbekämpfung bereits am 1. Juni.
Quelle: Agenturen





