Die teilweise Schließung der Finca Galatzó bei Es Capdellà auf Mallorca, einem beliebten Ausflugsziel, wirft Fragen auf. Sanierungsarbeiten am Haupthaus, hohe Kosten und eine unklare Finanzierungslage führen zu Frustration und werfen die Frage auf, wie ein kommunales Landgut wirtschaftlich und ökologisch nachhaltig betrieben werden kann.
Besucher stehen vor Bauzäunen, die das historische Erbe verdecken, und es stellt sich die Frage, wer die Kosten trägt und welche Lösungsansätze es gibt. Kann ein großes Gemeindelandgut wie Galatzó denkmalgerecht saniert werden, ohne dass der Betrieb, die Landwirtschaft und die Besuchererfahrung dauerhaft beeinträchtigt werden?
Das Haupthaus, das Besucher normalerweise mit einer Ölmühle und einem einladenden Innenhof empfängt, ist gesperrt. Die Wanderwege bleiben zugänglich, ebenso wie die kleine Herberge und die Bar, aber die Hauptattraktion fehlt – und das voraussichtlich für mehrere Monate.
Die Faktenlage ist eindeutig: Die Reparatur des historischen Gebäudes hat Priorität. Eine Inspektion ergab erhebliche Bauschäden, und Feuchtigkeit dringt durch Risse ein. Die erste Bauphase kostet etwa 5,7 Millionen Euro, wovon rund drei Millionen Euro aus EU-Mitteln stammen. Den Rest trägt die Gemeinde Calvià. Allerdings fehlt ein klarer Plan für die nachfolgenden Bauabschnitte. Die Finanzierung der zweiten Bauphase ist noch nicht gesichert, und die Gesamtkosten werden voraussichtlich einen zweistelligen Millionenbetrag erreichen.
Hier treffen Denkmalpflege, kommunale Wirtschaftlichkeit und Tourismus aufeinander, was nicht ohne Spannungen verläuft. Die Kosten für die Instandhaltung eines 3.500 Quadratmeter großen Herrenhauses sind hoch, und die laufenden Kosten des gesamten Anwesens werden auf über 350.000 Euro pro Jahr geschätzt. Gleichzeitig umfasst das Landgut eine Fläche von zehn Millionen Quadratmetern, was etwa zehn Prozent des Gemeindegebiets entspricht. Daraus ergibt sich ein Ungleichgewicht: Öffentliche Mittel fließen in umfangreiche Erhaltungsmaßnahmen, während der laufende Betrieb sinkende Einnahmen generiert.
Im Diskurs fehlt oft eine nachhaltige Finanzierungsperspektive. Es wird über EU-Gelder und Sanierungskosten diskutiert, aber kaum über langfristige Betriebsmodelle, klare Kennzahlen zu Besuchergebühren oder die mit den Fördermitteln verbundenen Auflagen. Ebenso wenig wird beleuchtet, wie ein Gleichgewicht zwischen öffentlichem Zugang und Naturschutz hergestellt werden kann, wenn Teile des Ensembles dauerhaft gesperrt sind.
Vor dem abgesperrten Haupthaus stehen Familien, einige enttäuscht, andere fotografieren die Zäune. Oft werden Hunde mitgebracht, obwohl Leinenpflicht besteht. Schafe und freilaufende Kühe – zuletzt wurden sieben Tiere der Rasse Vaca Mallorquina auf dem Gelände eingesetzt – reagieren empfindlich. Die Kühe sind Teil eines Praktikums: Sie reduzieren die Vegetation als Brandschutzmaßnahme und düngen den Boden. Um sicherzustellen, dass sie sich nicht verirren, tragen sie Sender, die sie per Tonruf lenken sollen.
Die Kombination aus Denkmalschutz und traditioneller Landwirtschaft ist grundsätzlich sinnvoll. Die Gemeinde hat Vereinbarungen mit der Bauernvereinigung Pagesos de la Terra getroffen. Bewässerte Bereiche werden von einer lokalen Behinderteneinrichtung genutzt, die Orangen und Kräuter anbaut. Solche Modelle verbinden soziale Arbeit mit Landwirtschaft und bieten einen echten Mehrwert.
Es bleiben jedoch Probleme: Die Finanzierung der zweiten Sanierungsphase ist ungeklärt, Besucher missachten häufig Verbote, und die jährlichen Unterhaltskosten belasten den Gemeindehaushalt.
Quelle: Agenturen





