Die Hitzewelle, die in Deutschland derzeit zu rekordverdächtigen Temperaturen führt, sorgt dort für ein ungewöhnliches Problem: Der Asphalt auf mehreren Autobahnen schmilzt und wölbt sich. In Spanien, wo es oft noch heißer wird, bleibt der Asphalt dagegen stabil. Diese Unterschiede lassen sich vor allem durch die unterschiedliche Zusammensetzung des Straßenbelags erklären.
Asphalt besteht aus einer Mischung von Schotter, Sand und Bitumen, einem klebrigen Erdölprodukt, das als Bindemittel fungiert. Entscheidend ist die Härte des verwendeten Bitumens. In wärmeren Ländern wie Spanien wird härteres Bitumen verwendet (klassifiziert als 35/50), das höheren Temperaturen standhält, ohne weich zu werden oder sich zu verformen. In kühleren und feuchteren Ländern wie Deutschland oder Großbritannien nutzt man hingegen ein weicheres Bitumen (50/70). Dieses ist flexibler und besser geeignet, den häufigen Regen und Frost zu widerstehen, wird aber bei extremer Hitze schnell weich und verformt sich.
Spanien folgt bereits seit Jahrzehnten der technischen Norm PG-3, die die hohen Temperaturen berücksichtigt. Zudem muss der spanische Asphalt den enormen Belastungen durch Schwerlastverkehr standhalten, was zu einem widerstandsfähigeren Straßenbelag führt. Der Nachteil dieses härteren Asphalts ist jedoch seine geringere Flexibilität und Wasserdurchlässigkeit. Dadurch entstehen nach starken Regenfällen und Stürmen häufiger Schlaglöcher und Absackungen, wie in Andalusien und Extremadura beobachtet.
Zusammengefasst bedeutet das: Asphalt wird an das jeweilige Klima angepasst. Deutschland wählt eine weichere, flexiblere Variante, die Regen und Frost trotzt, aber bei Hitze versagt. Spanien hingegen setzt auf einen härteren Asphalt, der Hitze und schwerem Verkehr standhält, dafür aber bei Nässe anfälliger ist. So zeigt sich, wie Verkehrsinfrastruktur immer im Spannungsfeld zwischen Klima, Belastung und Materialeigenschaften optimiert wird.
Quelle: Agenturen




