Zum ersten Mal wurden in den katalanischen Pyrenäen zwei Braunbärinnen gefilmt, die jeweils drei Jungtiere bei sich haben – eine bemerkenswerte Sensation, die den erstaunlichen Aufschwung der Bärenpopulation in der Region dokumentiert. Die Aufnahmen entstanden im Val d’Aran, einer Bergregion im nordwestlichen Katalonien, nahe der Grenzen zu Frankreich und Andorra.
Diese Entdeckung ist nicht nur ein faszinierendes Naturphänomen, sondern auch ein Indikator für günstige ökologische Bedingungen. Während es üblich ist, dass eine Bärin ein oder zwei Junge zur Welt bringt, ist ein Drillingswurf eher selten. Dass gleich zwei Muttertiere gleichzeitig mit jeweils drei Jungen gesichtet wurden, spricht für ausreichend Nahrung, geringe Störung und eine genetisch gesunde Population. Seit den 1980er Jahren, als der Braunbär in den Pyrenäen fast ausgestorben war, hat sich die Zahl der Tiere durch gezielte Wiederansiedlungsmaßnahmen aus Slowenien kontinuierlich erholt. Heute leben über hundert Bären in den Pyrenäen, etwa die Hälfte davon in Katalonien.
Die grenzüberschreitende Arbeitsgruppe Grupo de Seguimiento Transfronterizo del Oso Pardo (GSTOP) überwacht die Population mit Unterstützung regionaler Regierungen und dokumentiert eine langfristig steigende Geburtenrate – ein Hoffnungsschimmer für den Erhalt und die genetische Vielfalt der Art. Die Rückkehr der Bären erfolgt nach Jahrzehnten, in denen Jagd, Vergiftung und Lebensraumverlust sie nahezu ausgerottet hatten.
Diese positive Entwicklung fügt sich in ein größeres Bild des Naturschutzes in den Pyrenäen ein: Auch der iberische Luchs erreichte 2025 eine Rekordpopulation und wurde erstmals in den spanischen Pyrenäen gesichtet. Die Region Val d’Aran ist zudem kulturell besonders, geprägt von der aranesischen Sprache, die seit 2010 als zweite Amtssprache Kataloniens anerkannt ist. Ein kürzlich entdeckter fossiler Seestern in dieser Bergregion erinnert daran, dass diese Gipfel einst Meeresboden waren – ein beeindruckendes Zeugnis der tiefen Naturgeschichte dieser lebendigen Landschaft.
Die dokumentierte Drillinge-Geburt zweier Bärinnen ist somit nicht nur ein außergewöhnliches Naturereignis, sondern auch ein Symbol für die erfolgreiche Wiederbelebung eines einst bedrohten Ökosystems.
Quelle: Agenturen



