Europa startet in Spanien einen bedeutenden Versuch mit einem neuen maritimen Überwachungssystem, das Satelliten, Drohnen und unbemannte Schiffe miteinander vernetzt. Ziel ist es, ein umfassendes Lagebild der Meeresgebiete zu schaffen, das weit über bisherige Überwachungstechnologien hinausgeht.
Das Projekt Crossmare, gefördert durch das Forschungsprogramm „Horizon Europe“, vereint 17 Organisationen aus neun Ländern mit einem Budget von fast 5,82 Millionen Euro. Es integriert unterschiedliche Technologiegenerationen – von klassischen Radarstationen bis hin zu modernen, unbemannten Unterwasserfahrzeugen. Damit soll die maritime Überwachung effizienter und intelligenter werden, indem vorhandene Systeme miteinander kommunizieren, statt isoliert zu arbeiten.
Besonders relevant ist dies für Spanien angesichts der Herausforderungen wie Menschenschmuggel, illegale Fischerei und der Ankunft von Booten auf den Kanarischen Inseln oder bei Ceuta. Crossmare verknüpft Radarbilder von Satelliten mit Daten von Drohnen und unbemannten Schiffen, ergänzt durch künstliche Intelligenz und multimodale Datenfusion. So können Betreiber schneller und präziser maritime Bedrohungen erkennen – von illegalen Aktivitäten bis hin zu Umweltverschmutzung und Gefahren für die Infrastruktur.
Das spanische Unternehmen GMV spielt eine zentrale Rolle, indem es die eingehenden Daten in operative Informationen verwandelt und die Interoperabilität mit der europäischen Plattform CISE sicherstellt. Die geplanten Tests finden zunächst in Italien und Litauen statt, gefolgt von einer Simulation in Rumänien. Den Abschluss bildet eine groß angelegte Demonstration in Spanien, bei der die Zusammenarbeit bemannter und unbemannter Systeme in der Praxis überprüft wird.
Crossmare symbolisiert einen wichtigen Schritt hin zu einer besseren europäischen Zusammenarbeit bei der maritimen Grenzüberwachung. Es unterstützt den Trend Spaniens, verstärkt in fortschrittliche Sensortechnologien zu investieren und so den Herausforderungen an den Küsten und in der Luft besser zu begegnen. Dieses Vorhaben könnte langfristig nicht nur die Sicherheit an Europas Grenzen verbessern, sondern auch die Effizienz und Nachhaltigkeit der Überwachung wesentlich erhöhen.
Quelle: Agenturen





